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Bahn koppelt Saarland vom Fernverkehr ab

Bahn koppelt Saarland vom Fernverkehr ab

Die Anbindung des Saarlands an den Fernverkehr der Bahn ist in akuter Gefahr: Ab 2016 drohen drei Intercity-Verbindungen wegzufallen. Die Bahn sieht kaum Chancen, sie weiter wirtschaftlich zu betreiben.

Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass der Zug-Fernverkehr ins Saarland ab 2016 stark ausgedünnt wird. Drei Verbindungen, nämlich die Intercitys nach Stuttgart, Heidelberg und Frankfurt, sind dann akut gefährdet. Wegen des neuen Rheinland-Pfalz- Takts verkehren sie bereits ab dem kommenden Jahr mit nur wenigen Minuten Abstand zu den Regionalexpress-Zügen, die zwischen Saarbrücken und Mannheim pendeln. Das teilte die Bahn gestern mit.

Solche Parallel-Fahrten hätten "verkehrlich so keinen Nutzen", sagte Jürgen Konz, Bahn-Bevollmächtigter für Saarland und Rheinland-Pfalz. Zudem sei es schwer, sie "wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben". Die Nahverkehrszüge sind ähnlich schnell wie der IC, die Fahrt kostet aber weniger . Wenn die drei IC-Verbindungen ab 2016 wegfielen, wäre Saarbrücken nur noch mit den vier Hochgeschwindigkeitszügen zwischen Paris und Frankfurt sowie den Fahrten nach Graz und Leipzig in den Fernverkehr eingebunden.

Die endgültige Entscheidung muss bis April 2015 fallen. Die Bahn will mit den Landesregierungen in Mainz und Saarbrücken sowie den Zweckverbänden, die den Nahverkehr organisieren, über eine Entflechtung der Fahrpläne ab 2016 verhandeln. Saar-Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD ) sagte zur SZ, sie sei "für konstruktive Gespräche offen". Es werde aber "kein Junktim" geben, das Nah- und Fernverkehr gegeneinander ausspiele . >