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Aussichten für Rentner trüben sich ein

Aussichten für Rentner trüben sich ein

Die gesetzliche Rente wird viele Deutsche künftig nicht mehr vor dem Absturz in Armut bewahren: Die Bundesregierung befürchtet erhebliche Versorgungslücken. Für heutige Ruheständler dagegen gibt es erstmal ein weiteres Renten-Plus.

Gute Nachricht für die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland: Auch nächstes Jahr können sie sich auf eine spürbare Anhebung ihrer Altersbezüge freuen. In den alten Ländern dürfte die gesetzliche Rente in einer Größenordnung von 2,3 Prozent steigen, im Osten wird ein Zuwachs von 2,58 Prozent erwartet. Diese Anpassungen seien im Haushaltsplan der Deutschen Rentenversicherung für 2017 enthalten, bestätigte die Behörde auf SZ-Anfrage. Der Plan wurde gestern von der Bundesregierung gebilligt. Die genaue Erhöhung wird allerdings erst im kommenden Frühjahr feststehen. Bereits in diesem Sommer gab es mit 4,25 Prozent in den alten und 5,95 Prozent in den neuen Ländern das stärkste Renten-Plus seit 23 Jahren.

Zugleich wird jedoch immer deutlicher, dass die gesetzliche Rente den gewohnten Lebensstandard nicht dauerhaft garantieren kann. In ihrem noch unveröffentlichten Alterssicherungsbericht verweist die Bundesregierung darauf, dass das Versorgungsniveau künftiger Ruheständler ohne zusätzliche Altersvorsorge deutlich sinken wird. Besonders für Geringverdiener bestehe "ein erhebliches Risiko". Zwar verfügt demnach knapp ein Drittel der Senioren über zusätzliche Einkünfte aus der Betriebsrente, im Schnitt erhalten sie daraus 418 Euro brutto pro Monat. Bei den derzeitigen Niedriglöhnern dagegen haben 47 Prozent keinerlei Zusatzversorgung. Der Bericht dürfte die Debatte über drohende Altersarmut weiter anheizen. Die große Koalition in Berlin streitet weiter über eine Reform des Rentensystems. > , Meinung