Aus für Quelle kostet bundesweit tausende Jobs

Aus für Quelle kostet bundesweit tausende Jobs

Fürth/Saarbrücken. Mehr als 80 Jahre nach seiner Gründung ist das deutsche Traditionsunternehmen Quelle am Ende. Trotz intensiver Verhandlungen habe sich kein Investor für den insolventen Versandhändler gefunden, teilte das Mutterhaus Arcandor mit. Das Geld reiche, um die Oktoberlöhne zu bezahlen, sagte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg

Fürth/Saarbrücken. Mehr als 80 Jahre nach seiner Gründung ist das deutsche Traditionsunternehmen Quelle am Ende. Trotz intensiver Verhandlungen habe sich kein Investor für den insolventen Versandhändler gefunden, teilte das Mutterhaus Arcandor mit. Das Geld reiche, um die Oktoberlöhne zu bezahlen, sagte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg. Es werde dann eine "überschaubare Zahl" von Menschen geben, die bereits zum 1. November entlassen werden müssten. Genauere Angaben machte Görg nicht. Wahrscheinlich aber ist, dass die meisten der insgesamt 10 500 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Räumung der Lager wird dem Insolvenzverwalter zufolge etwa vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen. Er werde sich um einen geordneten Ausverkauf bemühen, bei dem es auch große Rabatte geben werde.

Nach dem Scheitern der Verkaufs sah der Insolvenzverwalter nach eigenen Angaben keine Alternative mehr zur Abwicklung von Quelle. Als wichtigsten Grund für die gescheiterten Gespräche mit Investoren nannte er den Kundenverlust: "Was wir am wenigsten erwartet hatten, war der kontinuierlich sinkende Umsatz."

Verdi-Handelsexperte Johann Rösch sagte, bis auf wenige Kollegen, die noch für die Abwicklung benötigt würden, stünden bei Quelle alle Beschäftigten vor der sofortigen Entlassung. Auch die in einem mühsamen Kompromiss aufgestellte Transfergesellschaft zur Weiterqualifizierung der Betroffenen steht vor dem Ende. Nach dem Aus von Quelle sind darüber hinaus bei der Post-Tochter DHL bis zu 300 Stellen in Gefahr.

Welche Auswirkungen das Ende des Versandhändlers auf Arbeitsplätze im Saarland hat, war gestern schwer abzuschätzen. Details etwa über die Anzahl von Quelle-Verkaufsshops waren von der Firmenzentrale nicht zu erfahren. Experten gehen von über 100 Shops und Annahmestellen aus, die Waren von Quelle anbieten. , Interview, Meinung dpa/afp/red

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