Aufgeladene Stimmung in Europa

Paris/Berlin. Ein Brandanschlag auf eine Synagoge in Frankreich, Schüsse auf Israelis in Dänemark, rund zwei Dutzend antisemitische Zwischenfälle in Großbritannien - in Anbetracht der Kämpfe zwischen Israelis und Palästinensern in Nahost wächst in Europa die Furcht vor weiteren Übergriffen gegen jüdische Einrichtungen

Paris/Berlin. Ein Brandanschlag auf eine Synagoge in Frankreich, Schüsse auf Israelis in Dänemark, rund zwei Dutzend antisemitische Zwischenfälle in Großbritannien - in Anbetracht der Kämpfe zwischen Israelis und Palästinensern in Nahost wächst in Europa die Furcht vor weiteren Übergriffen gegen jüdische Einrichtungen. Der Zentralrat der Juden sieht auch in Deutschland eine "aufgeladene Stimmung", wenn auch vergleichbare Vorfälle bisher ausgeblieben seien.In Frankreich mit den größten muslimischen und jüdischen Gemeinden Europas ist die Regierung besonders alarmiert. Paris werde "mit äußerster Entschlossenheit" reagieren, wenn jemand den Konflikt nach Frankreich tragen wolle, sagte Premierminister François Fillon. Staatschef Nicolas Sarkozy erklärte nach dem Brandanschlag auf die Synagoge in Toulouse am Montagabend, die Regierung werde nicht zulassen, dass die "internationalen Spannungen" sich in Gewalt zwischen den Konfessionsgruppen entlüden.Auch in Belgien herrscht Alarmbereitschaft. Unbekannte versuchten am Dienstag, das Eingangsportal einer Synagoge in Brüssel mit einem Brandsatz anzuzünden. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, es gebe bisher keine Anhaltspunkte, dass sich der Konflikt zwischen Israel und der Hamas "unmittelbar auf die Sicherheitslage" in Deutschland auswirke. Der Zentralrat der Juden in Deutschland sieht Vorfälle wie in Frankreich jedoch "mit großer Sorge", wie Generalsekretär Stephan Kramer sagte. Er stehe in Kontakt mit muslimischen Organisationen mit dem Ziel, "dass die Lage nicht eskaliert". In Deutschland habe es Übergriffe wie im europäischen Ausland aber "Gott sei Dank, bislang nicht gegeben". afp

Am RandeDer ehemalige Außenminister Joschka Fischer hat die verschiedenen Vermittlungsbemühungen der Europäischen Union (EU) im Nahen Osten scharf kritisiert. "Der gegenwärtige chaotische Auftritt von EU und europäischen Regierungen sollte uns die Schamesröte ins Gesicht treiben", sagte der Grünen-Politiker der "Zeit". dpa