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Auf Maas folgt Rehlinger: Saarland wird nun von zwei Frauen regiert

Auf Maas folgt Rehlinger: Saarland wird nun von zwei Frauen regiert

Der Wechsel von Landesparteichef Heiko Maas ins Bundeskabinett hat bei der Saar-SPD das Personal-Karussell angeschoben. Anke Rehlinger tritt seine Nachfolge im Saar-Wirtschaftsministerium an und wird Vize-Regierungschefin. Reinhold Jost übernimmt das Umweltressort.

Das Saarland wird künftig von zwei Frauen an der Spitze der schwarz-roten Koalition regiert. Die bisherige Umwelt- und Justizministerin Anke Rehlinger (SPD) übernimmt von SPD-Landeschef Heiko Maas das Wirtschaftsministerium. Die 37-Jährige aus Wadern wird zugleich Stellvertreterin von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Das gab Maas, der als Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz an den Kabinettstisch von Angela Merkel (CDU) nach Berlin wechselt, gestern in Saarbrücken bekannt. Das saarländische Ministerium für Umwelt und Justiz übernimmt der bisherige Generalsekretär der Saar-SPD, Reinhold Jost. Ein Nachfolger für den 47-jährigen Siersburger im Parteiamt ist noch nicht benannt.

Maas betonte, trotz der Wechsel sei ein "bruchloser Übergang zu erwarten". Rehlinger gab sich überzeugt, dass die Zusammenarbeit in der Koalition in "guter, konstruktiver und vertrauensvoller" Weise fortgesetzt werde. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer begrüßte die "zügige Klarheit", die die Saar-SPD mit ihren Personal-Entscheidungen hergestellt habe. "Ich bin mir sicher, dass wir die bisherige Politik der Vernunft in der großen Koalition nahtlos fortsetzen können", erklärte die Regierungschefin. Rehlinger und Jost sollen am 15. Januar als Minister vereidigt werden. Bis dahin leitet Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) das Wirtschaftsministerium kommissarisch.

Die saarländische Wirtschaft äußerte hohe Erwartungen an Rehlinger. Zugleich lobten Vertreter von Kammern, Unternehmen und Gewerkschaften die künftige Ressortchefin als realistisch und kompetent.

Maas nannte seinen Wechsel nach Berlin einen "Gewinn für das Saarland", weil damit saarländische Interessen im Bund auch mit Blick auf die 2015 anstehenden Verhandlungen über die Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern gestärkt werden könnten. Ungeachtet seines Wechsels will der 47-Jährige aber SPD-Landeschef bleiben. > , A 7: Berichte, A 4: Meinung