„Auch die Ministerpräsidentin muss warten“

Die Stadt Saarbrücken besitzt etwa 200 Ampeln. Betreut werden die sogenannten Lichtsignalanlagen von der Stadtbahn Saar GmbH. Betrieb, Wartung und Erneuerung des Verkehrsleitsystems kosten jährlich rund 700 000 Euro. Fachbereichsleiter Roland Anna (57) erklärt SZ-Redaktionsmitglied Kai Thomas, wie die Technik hinter den bunten Lampen funktioniert.

Herr Anna, wer schaltet eigentlich auf den Straßen in Saarbrücken von Rot auf Grün?

Anna: Die Ampelsteuerung läuft vollautomatisch. Es gibt einen zentralen Verkehrsrechner, der im vierten Stock des Rathauses steht. Der Verkehrsrechner benötigt für die Steuerung der Lichtsignalanlagen kein ständiges Bedienpersonal. Über einen Bedienplatz lässt sich aber eingreifen. Wir haben so etwa beim Saarspektakel oder beim Altstadtfest für die Umleitungen einige Lichtanlagen umprogrammiert. Die Ampeln betreuen wir insgesamt mit sieben Mitarbeitern, die bei der Stadt, der Stadtbahn Saar oder bei Siemens angestellt sind.

Wie steuert der Rechner überhaupt die Ampeln?

Anna: An jeder Kreuzung gibt es einen grauen Kasten. In ihm steckt ein Prozessor, der die Signale schaltet. Seine Daten erhält er entweder von Kontaktschleifen unter dem Asphalt oder von Videodetektoren auf den Ampelmasten, die den Verkehr messen. Aus den Daten wird für jede Kreuzung eine Grünzeitvarianz eingestellt, die sich aus dem Verkehrsaufkommen berechnet.

Gibt es ein Sonderrecht auf Grün für Prominente oder Politiker wie Annegret Kramp-Karrenbauer?

Anna: Nein, Sonderrechte gibt es nicht. Auch die Ministerpräsidentin muss warten. Polizei , Feuerwehr und Krankentransporte dürfen mit Blaulicht sowieso über Rot fahren. Wir arbeiten derzeit aber an einer Vorrangschaltung für den öffentlichen Personennahverkehr, speziell für Busse, damit diese im Verkehr schneller vorankommen. Die Stadtbahn hat bereits solch ein Beschleunigungssystem.

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