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Auch Auslandstürken sind zur Wahl aufgerufen

Auch Auslandstürken sind zur Wahl aufgerufen

Insgesamt leben 2,7 Millionen Türken im Ausland, 1,4 Millionen davon in Deutschland. Zum ersten Mal können sie ihre Stimme bei einer Präsidentschaftswahl direkt abgeben, doch nur wenige haben sich dafür angemeldet.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern läuft die erste Direktwahl eines türkischen Präsidenten an: Von heute an können insgesamt rund 2,7 Millionen türkische Auslandswähler an die Urnen gehen. Abgestimmt wird in insgesamt 54 Ländern; allein in der Bundesrepublik leben 1,4 Millionen türkische Wähler . Das Berliner Olympiastadion und andere Arenen werden zu gigantischen Wahllokalen umfunktioniert. Zum ersten Mal können Auslandstürken wählen, ohne persönlich in die Türkei zu reisen. Doch beim Wahlauftakt gibt es Probleme.

Wie türkische Medien gestern meldeten, haben sich nur wenige Wähler im Ausland einen Termin für die Stimmabgabe zwischen dem 31. Juli und dem 3. August geben lassen. Die Terminvergabe hatte den Sinn, einen unkontrollierten Massenandrang von Wählern an den Wahllokalen zu vermeiden. Nach einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" haben in Deutschland nur 92 000 Wähler einen Termin. In Österreich sind es nur 6600 von mehr als 100 000 Wählern. Offenbar hätten viele von der Terminvergabe nichts gewusst, berichtete das Blatt.

Für die Mehrzahl der Wähler ermittelte die türkische Wahlbehörde YSK deshalb einen Stimmabgabe-Termin nach dem Zufallsprinzip. Den einzuhalten, dürfte für einige aber schwierig werden. Der für die Auslandstürken zuständige Vizepremier Emrullah Isler erinnerte die Wähler in Europa vorsorglich daran, dass sie wie gewohnt auch an allen Grenzübergangsstellen der Türkei bis zum 10. August abstimmen könnten. An den Grenzen sind die Urnen bereits seit der vergangenen Woche geöffnet.

Unter dem Strich könnte die Wahlbeteiligung der Auslandstürken wegen der Probleme mit der Terminvergabe niedrig ausfallen. Die YSK ging bisher von einer Wahlbeteiligung von 30 bis 35 Prozent bei den Auslandstürken aus. Bei früheren Wahlen lag die Beteiligung der Auslandswähler bei nur fünf Prozent.