Assad will Aleppo erobern

Syriens Machthaber Baschar al-Assad hat die Eroberung der Stadt Aleppo als entscheidendes strategisches Kriegsziel bezeichnet. "Die Einnahme von Aleppo wird ein Sprungbrett zur Befreiung weiterer Städte von Terroristen ", sagte er der russischen Tageszeitung "Komsomolskaja Prawda". Nach der Eroberung gelte es dann, die Provinz Idlib zu "säubern". "Wir müssen die Terroristen in die Türkei zurückdrängen, wo sie herkommen, oder sie liquidieren. Wir haben keine andere Wahl", so Assad. In Syrien liege der "Geruch des Dritten Weltkriegs" in der Luft, erklärte der Präsident. Der blutige Konflikt in seinem Land sei zu einer Art Stellvertreterkrieg zwischen Russland und dem Westen geworden: "Besonders die USA haben nach dem Zerfall der Sowjetunion den Kalten Krieg nicht gestoppt." Noch sei es in Syrien aber zu keiner direkten Konfrontation der Großmächte gekommen.

Mit unterschiedlichen Erwartungen gehen Russland und die USA auch in die Syrienkonferenz an diesem Samstag in der Schweiz. Während Moskau die Hoffnung auf eine neue Waffenruhe geweckt hat, ist das Treffen aus Sicht der USA nur von wenig Zuversicht begleitet. Ein US-Regierungssprecher hat im Vorfeld bereits die Möglichkeit neuer bilateraler Gespräche praktisch ausgeschlossen. Moskau dagegen sieht die Chance eines Vier-Augen-Gesprächs des US-Außenministers John Kerry mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow . Am Freitag war zumindest offiziell noch nicht klar, welche weiteren am Konflikt beteiligten Staaten ihre Außenminister an den Verhandlungstisch schicken. Die Rede war von der Türkei, Saudi-Arabien, Katar und dem Iran.