ARD-Umfrage: Im Saarland droht Patt

Saarbrücken. Im Saarland ist neun Tage vor der Landtagswahl keine klare Mehrheit für eines der politischen Lager erkennbar. Nach einer gestern Abend veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest-Dimap für die ARD könnte das bürgerliche Lager mit CDU und FDP derzeit mit 47 Prozent der Stimmen rechnen - genauso viel wie SPD, Linke und Grüne zusammen

Saarbrücken. Im Saarland ist neun Tage vor der Landtagswahl keine klare Mehrheit für eines der politischen Lager erkennbar. Nach einer gestern Abend veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest-Dimap für die ARD könnte das bürgerliche Lager mit CDU und FDP derzeit mit 47 Prozent der Stimmen rechnen - genauso viel wie SPD, Linke und Grüne zusammen.

Die Umfrage ist die erste für das Saarland seit dem Saarland-Trend von Infratest-Dimap vor vier Monaten. Die CDU legte in diesem Zeitraum um zwei Prozentpunkte zu und erreicht nun 38 Prozent. Ihr Wunschpartner FDP verharrt bei neun Prozent. Die SPD von Spitzenkandidat Heiko Maas verlor gegenüber April einen Punkt und liegt jetzt bei 26 Prozent. Die Grünen, die im April sieben Prozent erreichten, sieht die Umfrage jetzt bei sechs Prozent. Am stärksten büßte demnach in den vergangenen Monaten die Linke an Zuspruch ein: Derzeit kann sie der Umfrage zufolge mit 15 Prozent der Wählerstimmen rechnen; im April waren es 18 Prozent, im Oktober vorigen Jahres 23 Prozent.

Die Spitzenkandidaten der fünf größten saarländischen Parteien trafen gestern Abend im SR-Fernsehen zur einzigen gemeinsamem TV-Debatte vor der Wahl zusammen. Dabei warfen SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas, Grünen-Chef Hubert Ulrich und Linke-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine der CDU-Landesregierung unter Peter Müller vor, das Land in den vergangenen zehn Jahren wirtschaftlich nicht vorangebracht zu haben. Müller verwies dagegen auf eine gestiegene Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter und auf Investitionen unter anderem in der Automobil-Industrie. FDP-Chef Christoph Hartmann kritisierte, die CDU-Regierung habe ihren anfänglichen Kurs der Standortaufwertung nicht fortgesetzt.

Hauptstreitpunkt der Runde war die Bildungspolitik. Müller wies den Vorwurf von Lafontaine, Maas und Ulrich zurück, die Einführung des G 8 sei eine Fehlentscheidung gewesen. ulb