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Saarbrücken/Berlin: Apothekensterben geht im Saarland weiter

Saarbrücken/Berlin : Apothekensterben geht im Saarland weiter

In den letzten zehn Jahren haben fast 50 Apotheken hierzulande dicht gemacht. Den Grund dafür sieht die zuständige Kammer in der schlechten Vergütung.

Die Apothekerkammer des Saarlands warnt vor einem dramatischen Rückgang der Apothekenzahlen in den kommenden Jahren. Den Angaben zufolge wurden in den vergangenen zehn Jahren fast 50 Apotheken für immer geschlossen. Die Zahl sank demnach von 342 im Jahr 2009 auf jetzt landesweit 294 Apotheken. Den Hauptgrund dafür sieht die Kammer in der schlechten Honorierung der Apotheker. „Eine Neuordnung der Vergütungsstruktur durch die Politik ist längst überfällig“, sagte Geschäftsführer Carsten Wohlfeil gestern gegenüber der SZ. Die schlechte Vergütung sei auch ein Grund dafür, dass so viele junge Apotheker das Risiko der Selbstständigkeit nicht mehr eingingen. Weil sich Ärzte zudem vermehrt in Städten niederließen, sei die Anzahl der Apotheken auf dem Land stark zurückgegangen. So habe vor allem das Nordsaarland mit einer sinkenden Zahl von Betriebsstätten zu kämpfen. Die Apotheker fordern daher eine stärkere Einbindung in den Medikationsplan für Versicherte, die drei oder mehr Medikamente einnehmen müssen – mit entsprechender Vergütung „gerade auch für die pharmazeutischen Beratungsleistungen“, so Wohlfeil. Medikationspläne werden derzeit überwiegend von den Ärzten erstellt.

Auch bundesweit hat die Apotheken-Dichte abgenommen. Während es 2017 noch 19 748 Apotheken gab, ist deren Zahl zum Ende 2018 um 325 Betriebsstätten auf 19 423 gesunken (minus 1,6 Prozent). Das zeigen Erhebungen der ABDA-Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.