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Angst um Euro nach Wahlen in Athen und Paris

Angst um Euro nach Wahlen in Athen und Paris

Athen/Paris/Berlin. Nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland wächst in der EU die Sorge vor neuen Turbulenzen der Euro-Währung. An den Finanzmärkten herrschte nach der Absage der Wähler an rigide Sparprogramme gestern bereits wieder Alarmstimmung. Zwar erholten sich die Börsen in Frankfurt und Paris im Laufe des Tages, in Athen jedoch stürzten die Kurse um bis zu 7,6 Prozent ab

Athen/Paris/Berlin. Nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland wächst in der EU die Sorge vor neuen Turbulenzen der Euro-Währung. An den Finanzmärkten herrschte nach der Absage der Wähler an rigide Sparprogramme gestern bereits wieder Alarmstimmung. Zwar erholten sich die Börsen in Frankfurt und Paris im Laufe des Tages, in Athen jedoch stürzten die Kurse um bis zu 7,6 Prozent ab.Nervös macht Politiker und Ökonomen vor allem die schwierige Regierungsbildung in Athen. Der Vorsitzende der konservativen Partei Nea Dimokratia, Antonis Samaras, ließ gestern Abend die erste Runde der Sondierungsgespräche zur Bildung einer Koalition platzen. Falls sich eine neue Regierung in Athen gegen das Sparpaket stellen sollte, drohe endgültig der Staatsbankrott, warnten EU-Diplomaten.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso verlangt von Athen die Einhaltung des strikten Sparkurses: "Wir hoffen und erwarten, dass sich die künftige Regierung an die eingegangenen Verpflichtungen halten wird." Ähnlich äußerte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Es ist wichtig, dass der Sparweg eingehalten wird", sagte sie. Noch deutlicher wurde die CSU. "Wir haben klare Bedingungen, unter denen wir helfen. Und wenn die nicht erfüllt werden, dann kann es auch keine Zahlungen aus Deutschland mehr geben", mahnte Innenminister Hans-Peter Friedrich. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt legte Griechenland den Austritt aus der Eurozone nahe: "Es gibt keine Pflichtmitgliedschaft."

Auch der Machtwechsel in Frankreich sorgt unter deutschen Ökonomen für Beunruhigung. So rechnet der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, mit einem erschwerten Kampf gegen die Schuldenkrise. François Hollande ignoriere die eigentlichen Probleme seines Landes und lehne den europäischen Stabilitätspakt innerlich ab, sagte er. > Seite A 2, A 3: Berichte, Meinung; A 4: Meinung dpa/dapd/afp

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