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Amerikas Wähler wollen den Wandel

Amerikas Wähler wollen den Wandel

Washington. Siegessicher lächelnd und mit Tochter Malia an seiner Seite gibt der demokratische US-Präsidentenkandidat Barack Obama gestern in Chicago seine Stimme ab: Im Wahllokal, einer Sporthalle geht ein regelrechtes Blitzlichtgewitter auf ihn nieder. "Ich habe gewählt!", ruft er, und andere Wähler applaudieren

Washington. Siegessicher lächelnd und mit Tochter Malia an seiner Seite gibt der demokratische US-Präsidentenkandidat Barack Obama gestern in Chicago seine Stimme ab: Im Wahllokal, einer Sporthalle geht ein regelrechtes Blitzlichtgewitter auf ihn nieder. "Ich habe gewählt!", ruft er, und andere Wähler applaudieren. Sein republikanischer Rivale John McCain (Foto: afp) kämpft unterdessen weiter seinen zähen Kampf. Auch am Wahltag selbst absolviert er noch zwei Wahlkampfveranstaltungen - eine in Colorado und eine in New Mexico. Wahlforscher prognostizieren diesmal eine Rekord-Beteiligung von möglicherweise rund 135 Millionen anstelle von gerade einmal 105 Millionen im Jahr 2000 und 120 Millionen bei der Wahl 2004. Ungefähr zur gleichen Zeit wie Obama geht an der Ostküste - in Wilmington, Delaware - sein Vize-Kandidat Joe Biden wählen. Er wird nicht von seiner Tochter, sondern von seiner 90-jährigen Mutter Catherine und von Ehefrau Jill begleitet. Sichtlich vergnügt reckt er den Daumen nach oben. Die US-Wähler sind diesmal hochmotiviert: In Virginia, in Maryland und in New York warten schon zu Tagesanbruch lange Schlangen vor den Wahllokalen: "Die vergangenen acht Jahre waren doch eine Horrorgeschichte", sagt der 54-jährige Vertreter Michael Smith, der in Manhattan ansteht. Er will deshalb für Obama stimmen: "Das ist es doch, wofür die Leute heute wählen gehen - für eine neue Richtung." Auch McCain aber hat sich eine "neue Richtung" auf die Fahnen geschrieben, und er wirbt unermüdlich dafür. Sein Schlusssprint beginnt Montagfrüh in Tampa, Florida: "Noch ein Tag, bis wir die USA in eine neue Richtung lenken", ruft er seinem Publikum zu - gerade einmal 500 Menschen in einem Stadion mit Platz für bis zu 65000: "Die Experten sind nicht auf dem Laufenden, aber 'Mac ist zurück', und wir werden die Wahl gewinnen", versichert der 72-Jährige. afp