Alles Machbare für den Irak

Nur langsam beschleunigt die vollbeladende Transportmaschine auf der nassen Startbahn des Luftwaffenstützpunktes Hohn in Schleswig-Holstein. Unter den Augen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU ) zieht kurz vor dem Abheben Kondenswasser um die Rotorblätter der Transall Kreise. Wenig später ist die erste Hilfslieferung für die Vertriebenen im Norden Iraks endlich in der Luft. Fünf Propeller-Maschinen vom Typ C-160 haben am Freitag 36 Tonnen Lebensmittel und Sanitätsmaterial in die Krisenregion nach Erbil im kurdischen Autonomiegebiet gebracht. "Mir war wichtig, dass Deutschland zügig die ersten Hilfslieferungen auf den Weg bringt", sagt von der Leyen. Sie ist extra in den Norden gekommen, um die erste Crew persönlich in den Einsatz zu verabschieden. Mit ihrem Handschlag erhalten die Soldaten aus der Hand der Niedersächsin eine Erinnerungsmünze, einen Coin, wie von der Leyen sagt. Auf die Vorderseite ist der Bundesadler samt den Grundwerten "Einigkeit und Recht und Freiheit" geprägt, auf der Rückseite ist neben dem Brandenburger Tor noch ein Unterschrift der Verteidigungsministerin zu erkennen. Während im Hintergrund die Sonne aufgeht, lässt sich von der Leyen von der Crew briefen und nimmt auch das Innere der Maschine in Augenschein. Ganz in schwarz gekleidet, die Arme verschränkt, das Kreuz durchgedrückt - eine Demonstration der Entschlossenheit vor den abflugbereiten Maschinen. Anders als der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der ähnliche Posen liebte, verzichtet sie auf Fliegeruniform. Die Ladefläche der Transall ist mit Lebensmittel und Decken vollgepackt. "Die Maschine wiegt damit 49 Tonnen, mehr geht nicht", sagt der Pilot. Der 35-Jährige fliegt die Transall seit neun Jahren. "Generell finde ich die Hilfsflüge wichtig und richtig." Während sich die Propellermaschine mit rund 500 Kilometern pro Stunde ihrem rund 4200 Kilometer von Hohn entfernten Ziel im Irak nähert, hat weiter hinten Ladungsmeister Hans-Thorsten Köhler die zahlreichen Kartons im Blick. "Epa Typ III Nato approved" steht darauf. Auf Bundeswehrdeutsch: "Einmannpackung". Sie enthält unter anderem eine Mahlzeit, Hartkekse und Konfitüre. "Damit kann ein erwachsener Mensch drei Tage lang überleben", sagt der Dithmarscher. Seit 21 Jahren macht er das. "Solche Flüge sind unser täglich Brot." Aber trotz aller Sondierung im Vorfeld derartiger Missionen: "Ganz sicher kann man sich nie sein." Tatsächlich blieben der Bundeswehr nur wenige Tage, den Transport zu organisieren. "Das war ein Kraftakt", sagt der amtierende Hohner Kommandant Thies Voigt. Weil das Sanitätsmaterial zu spät eintrifft, hebt der erste Flieger mit einer knappen halben Stunde Verspätung ab. Grünes Licht für die Aufrüstung der Kurden im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS): Die EU-Außenminister haben sich für Rüstungslieferungen einzelner Staaten in den Irak ausgesprochen. "Der Rat begrüßt die Entscheidung einzelner Mitgliedsländer, den Ruf der kurdischen Regionalbehörden nach dringend benötigtem Militärmaterial positiv zu beantworten", hieß es in der Abschlusserklärung des Treffens am Freitag in Brüssel. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD ) machte deutlich, dass dazu auch Waffenlieferungen gehören könnten. Ob sich Deutschland daran beteiligen wird, blieb zunächst unklar. "Wir müssen bis an die Grenze des rechtlich und politisch Machbaren gehen", sagte Steinmeier. Beim Kampf gegen die Terrormiliz sei eine enge Abstimmung mit dem Irak nötig. "Wir werden uns zunächst mal anhören, was dort erwartet wird von den Europäern und auch von Deutschland."

Nur langsam beschleunigt die vollbeladende Transportmaschine auf der nassen Startbahn des Luftwaffenstützpunktes Hohn in Schleswig-Holstein. Unter den Augen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU ) zieht kurz vor dem Abheben Kondenswasser um die Rotorblätter der Transall Kreise. Wenig später ist die erste Hilfslieferung für die Vertriebenen im Norden Iraks endlich in der Luft. Fünf Propeller-Maschinen vom Typ C-160 haben am Freitag 36 Tonnen Lebensmittel und Sanitätsmaterial in die Krisenregion nach Erbil im kurdischen Autonomiegebiet gebracht.

"Mir war wichtig, dass Deutschland zügig die ersten Hilfslieferungen auf den Weg bringt", sagt von der Leyen. Sie ist extra in den Norden gekommen, um die erste Crew persönlich in den Einsatz zu verabschieden. Mit ihrem Handschlag erhalten die Soldaten aus der Hand der Niedersächsin eine Erinnerungsmünze, einen Coin, wie von der Leyen sagt. Auf die Vorderseite ist der Bundesadler samt den Grundwerten "Einigkeit und Recht und Freiheit" geprägt, auf der Rückseite ist neben dem Brandenburger Tor noch ein Unterschrift der Verteidigungsministerin zu erkennen.

Während im Hintergrund die Sonne aufgeht, lässt sich von der Leyen von der Crew briefen und nimmt auch das Innere der Maschine in Augenschein. Ganz in schwarz gekleidet, die Arme verschränkt, das Kreuz durchgedrückt - eine Demonstration der Entschlossenheit vor den abflugbereiten Maschinen. Anders als der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der ähnliche Posen liebte, verzichtet sie auf Fliegeruniform.

Die Ladefläche der Transall ist mit Lebensmittel und Decken vollgepackt. "Die Maschine wiegt damit 49 Tonnen, mehr geht nicht", sagt der Pilot. Der 35-Jährige fliegt die Transall seit neun Jahren. "Generell finde ich die Hilfsflüge wichtig und richtig."

Während sich die Propellermaschine mit rund 500 Kilometern pro Stunde ihrem rund 4200 Kilometer von Hohn entfernten Ziel im Irak nähert, hat weiter hinten Ladungsmeister Hans-Thorsten Köhler die zahlreichen Kartons im Blick. "Epa Typ III Nato approved" steht darauf. Auf Bundeswehrdeutsch: "Einmannpackung". Sie enthält unter anderem eine Mahlzeit, Hartkekse und Konfitüre. "Damit kann ein erwachsener Mensch drei Tage lang überleben", sagt der Dithmarscher. Seit 21 Jahren macht er das. "Solche Flüge sind unser täglich Brot." Aber trotz aller Sondierung im Vorfeld derartiger Missionen: "Ganz sicher kann man sich nie sein."

Tatsächlich blieben der Bundeswehr nur wenige Tage, den Transport zu organisieren. "Das war ein Kraftakt", sagt der amtierende Hohner Kommandant Thies Voigt. Weil das Sanitätsmaterial zu spät eintrifft, hebt der erste Flieger mit einer knappen halben Stunde Verspätung ab.

Grünes Licht für die Aufrüstung der Kurden im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS): Die EU-Außenminister haben sich für Rüstungslieferungen einzelner Staaten in den Irak ausgesprochen. "Der Rat begrüßt die Entscheidung einzelner Mitgliedsländer, den Ruf der kurdischen Regionalbehörden nach dringend benötigtem Militärmaterial positiv zu beantworten", hieß es in der Abschlusserklärung des Treffens am Freitag in Brüssel. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD ) machte deutlich, dass dazu auch Waffenlieferungen gehören könnten.

Ob sich Deutschland daran beteiligen wird, blieb zunächst unklar. "Wir müssen bis an die Grenze des rechtlich und politisch Machbaren gehen", sagte Steinmeier. Beim Kampf gegen die Terrormiliz sei eine enge Abstimmung mit dem Irak nötig. "Wir werden uns zunächst mal anhören, was dort erwartet wird von den Europäern und auch von Deutschland."

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Bundesregierung will den Irak nicht nur mit Lebensmitteln und Medikamenten unterstützen. Geplant sind auch: Geld: Berlin stellt 24,4 Millionen Euro Flüchtlingshilfe bereit. 4,4 Millionen davon sind für den Bau von Unterkünften und die Trinkwasserversorgung, der Rest für längerfristige Projekte. Ausrüstung: Rüstungsgüter wie Kleinlastwagen, Schutzwesten oder Helme aus Bundeswehrbeständen sollen nach Angaben von Schwarz-Rot an die kurdischen Streitkräfte im Nordirak ausgeliefert werden. Beschlossen ist das aber noch nicht.Kriegseinsatz: Eine Militäroperation der Bundeswehr im Irak ist für die Bundesregierung derzeit aber kein Thema. Die USA bekämpfen die Terrormiliz IS mit Luftangriffen. dpa