Alles andere als ein Held

Meinung:

Alles andere als ein Held

Von SZ-Mitarbeiterin Susanne Knaul

Als "die Spitze des Eisberges" bezeichnete ein Vertreter von Amnesty International das Gerichtsverfahren gegen den Hebron-Schützen Elor Asaria und dürfte Recht damit haben. Viel zu häufig sitzt der Finger israelischer Soldaten zu leicht am Abzug, wenn Palästinenser mit dem Messer, mit einem Schraubenzieher oder auch nur mit einer Schere bewaffnet angreifen. Nur in den seltensten Fällen steht eine Kamera bereit, um das Geschehen festzuhalten.

Der Todesschuss in Hebron trieb die der Gefahr oft in keiner Weise angemessenen Reaktion der Sicherheitskräfte auf einen Gipfel der Absurdität. Das Militärtribunal tat gestern gut daran, den Täter schuldig zu sprechen. Und die Richter täten gut daran, mit dem noch ausstehenden Strafmaß - es drohen bis zu 20 Jahre Haft - ein deutliches Signal an all jene zu geben, die den skrupellosen Asaria als einen Helden empfinden. Einem bewusstlos am Boden liegenden Mann in den Kopf zu schießen, ist mindestens Totschlag, aber keinesfalls eine Heldentat.

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