"Alle hinaus!"

Messe: Heute um zehn Uhr feiern die Kardinäle im Petersdom die Messe pro eligendo pontifice, eine Eucharistiefeier anlässlich der Wahl des Papstes. Der Gottesdienst ist öffentlich. Kardinaldekan Angelo Sodano wird der Messe vorstehen. Da er bereits 85 Jahre alt und deshalb nicht mehr wahlberechtigt ist, zieht Sodano nicht mit in die Sixtinische Kapelle ein

Messe: Heute um zehn Uhr feiern die Kardinäle im Petersdom die Messe pro eligendo pontifice, eine Eucharistiefeier anlässlich der Wahl des Papstes. Der Gottesdienst ist öffentlich. Kardinaldekan Angelo Sodano wird der Messe vorstehen. Da er bereits 85 Jahre alt und deshalb nicht mehr wahlberechtigt ist, zieht Sodano nicht mit in die Sixtinische Kapelle ein. Dort wird ihn Kardinal Giovanni Battista Re (79) als Wahlleiter vertreten.Heiliger Geist: Nach einer Mittagspause beginnt um 16.30 Uhr die Prozession in die Sixtinische Kapelle. An der Spitze trägt ein Ministrant ein Kreuz, auf ihn folgen Chorsänger, dann die Kardinäle. Der Zug singt das Lied "Veni Creator Spiritus" (Komm Schöpfer Geist). Der Heilige Geist wird beschworen, damit er die Kardinäle bei der Wahl inspiriert.

Extra Omnes: "Alle hinaus!", heißt es dann gegen 16.40 Uhr. Alle müssen die Sixtinische Kapelle verlassen, abgesehen von den 115 wahlberechtigten Kardinälen, einem Zeremonienmeister und dem maltesischen Kardinal Prospero Grech (87). Er wurde für die übliche Besinnungs-Rede ausgewählt und verlässt nach Verrichtung dieser Aufgabe mit dem Zeremonienmeister ebenfalls den Raum. Per Los werden drei Wahlprüfer bestimmt. Die Kardinäle leisten einen Eid, sie beten und meditieren gemeinsam.

Geheimhaltung: Der Verstoß gegen die absolute Geheimhaltung im Konklave wird mit automatischer Exkommunikation geahndet. Techniker haben die Kapelle auf Wanzen durchsucht und einen Störsender zur Verhinderung jeglicher Art von Telekommunikation versteckt.

Wahlgänge: Ab dem zweiten Tag des Konklave finden vier Wahlgänge pro Tag statt, zwei vormittags ab 9.30 Uhr und zwei am Nachmittag zwischen 16 und 19 Uhr. Jeder Kardinal bekommt einen Stimmzettel, auf dem er mit verstellter Schrift seinen Kandidaten notieren soll. Zur Wahl des Papstes ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig, also 77 Stimmen. Der erste und einzige Wahlgang am ersten Tag gilt traditionell als wenig aussagekräftig, viele Stimmen werden aus Höflichkeit vergeben.

Jüngstes Gericht: Nacheinander legen die Kardinäle ihren Stimmzettel in eine Urne auf dem Altar vor Michelangelos Fresko "Das jüngste Gericht". Sie schwören per Eid, denjenigen gewählt zu haben, "der nach Gottes Willen gewählt werden sollte".

Öfen: Die Stimmzettel werden nach jedem Wahlgang auf eine Schnur gefädelt. Ist ein Papst gewählt, werden sie sofort verbrannt. Regelmäßig werden die Stimmzettel nach jeweils zwei Wahlgängen, gegen 12 Uhr oder gegen 19 Uhr verbrannt. Weißer Rauch bedeutet: Ein Papst ist gewählt. Schwarzer Rauch: Noch kein neuer Papst. Ab dem zweiten Konklave-Tag gilt: Wenn bereits am Vormittag gegen 10.30 Uhr oder abends gegen 17.30 Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle aufsteigt, ist ein Papst gewählt. jmm