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Alarm bei der Bundeswehr: Stimmung auf Tiefpunkt

Alarm bei der Bundeswehr: Stimmung auf Tiefpunkt

Berlin. In der Bundeswehr herrscht massive Unzufriedenheit mit der vor zwei Jahren eingeleiteten Streitkräfte-Reform. Nach einer Studie im Auftrag des Bundeswehrverbands halten 88 Prozent der Führungskräfte baldige Korrekturen für notwendig. Etwa drei Viertel meinen, sie würden schlecht beziehungsweise sehr schlecht an der Neuausrichtung beteiligt

Berlin. In der Bundeswehr herrscht massive Unzufriedenheit mit der vor zwei Jahren eingeleiteten Streitkräfte-Reform. Nach einer Studie im Auftrag des Bundeswehrverbands halten 88 Prozent der Führungskräfte baldige Korrekturen für notwendig. Etwa drei Viertel meinen, sie würden schlecht beziehungsweise sehr schlecht an der Neuausrichtung beteiligt. Zwar bewerten nur rund 27 Prozent die Reform als negativ, aber 47 Prozent bemängeln ihre Umsetzung. Eine ebenfalls gestern vorgelegte Untersuchung im Auftrag des Verteidigungsministeriums kommt zu ähnlichen Ergebnissen: 53 Prozent der 2600 befragten Soldaten und zivilen Mitarbeiter bewerten die Reform danach als eher erfolglos. 60 Prozent meinen, dass die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr nicht gesteigert werde.

Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus beklagte die mangelnde Vermittlung der Veränderungen in die Truppe. Es genüge nicht, den Führungskräften 80 Seiten Gesetze zu schicken und darauf zu vertrauen, dass sie die Sache schon richten. "Das ist eine Überforderung der Truppe." Der Bundeswehrverband nannte die Ergebnisse alarmierend und warnte vor einem Burn-Out der Streitkräfte.

Das Verteidigungsressort von Minister Thomas de Maizière (CDU) sieht die Umstrukturierung, die mit Standort-Schließungen und erheblichem Personalabbau verbunden ist, trotzdem auf einem guten Weg. Ein Gefühl der Unsicherheit bei den Soldaten sei angesichts der Größenordnung des Umbaus zu erwarten gewesen, hieß es. Einen Kurswechsel lehnte das Ministerium ab. , Seite A 4: Meinung dpa/dapd

Foto: dPa