1. Nachrichten
  2. Politik
  3. Topthemen

Ärzteverband rügt Teilnahme von Medizinern an Arznei-Tests

Ärzteverband rügt Teilnahme von Medizinern an Arznei-Tests

Berlin. Immer mehr niedergelassene Ärzte werden von Pharma-Firmen für umstrittene Studien bezahlt. Er habe den dringenden Verdacht, dass viele Tests zur Verkaufsförderung veranlasst würden, sagte Carl-Heinz Müller von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). "Das ist nicht rechtens

Berlin. Immer mehr niedergelassene Ärzte werden von Pharma-Firmen für umstrittene Studien bezahlt. Er habe den dringenden Verdacht, dass viele Tests zur Verkaufsförderung veranlasst würden, sagte Carl-Heinz Müller von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). "Das ist nicht rechtens." Verbraucherschutz-Experte Stefan Etgeton bestätigte: "Die Hersteller drücken damit neue Medikamente in den Markt." Bei den Studien beobachten Ärzte die Wirkung neuer Mittel an ihren Patienten - meist ohne deren Wissen. 2008 hätten Ärzte 85 000 Mal bei einem der 329 Tests mitgewirkt, so Müller. Dieses Jahr sei die Zahl der teilnehmenden Ärzte um fünf Prozent gestiegen. Pro Patient würden zwischen zehn und 1000 Euro gezahlt. KBV und Krankenkassen fordern mehr Transparenz bei den Tests, deren wissenschaftlicher Wert seit langem bezweifelt wird. Alle Zulassungs- und Anwendungsstudien müssten veröffentlicht werden, so der Spitzenverband der Kassen. Verbraucherschützer verlangen die Einwilligung jedes Patienten in seine Teilnahme an einer Studie. dpa