Ärzte behandeln pro Tag bis zu 70 Patienten

Berlin. Die Menschen in Deutschland gehen einer Studie zufolge immer häufiger zum Arzt. Im Schnitt suchten im Jahr 2007 täglich gut vier Prozent der Bevölkerung medizinische Hilfe. An Montagen waren es aufgrund der übers Wochenende aufgeschobenen Besuche sogar fast acht Prozent. Dies ergab ein gestern vorgelegter Bericht der Gmünder Ersatzkasse (GEK) zur ambulant-ärztlichen Versorgung

Berlin. Die Menschen in Deutschland gehen einer Studie zufolge immer häufiger zum Arzt. Im Schnitt suchten im Jahr 2007 täglich gut vier Prozent der Bevölkerung medizinische Hilfe. An Montagen waren es aufgrund der übers Wochenende aufgeschobenen Besuche sogar fast acht Prozent. Dies ergab ein gestern vorgelegter Bericht der Gmünder Ersatzkasse (GEK) zur ambulant-ärztlichen Versorgung. Demnach stieg die Zahl der Praxisbesuche oder ärztlichen Hausbesuche pro Kopf in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig an - auf fast 18 im Jahr. Das sei auch im internationalen Vergleich eine auffällig hohe Zahl, heißt es in der Studie. 2004 waren es im Schnitt noch gut 16 Arztkontakte gewesen. Für den einzelnen Patienten stehen den Ärzten in Deutschland im Schnitt damit nur zwölf Minuten zur Verfügung. Am Tag mit den meisten Arztbesuchen im Untersuchungsjahr 2007 - dem 1. Oktober, einem Montag - waren es sogar nur sechs Minuten pro Patient, weil hier allein 9,7 Millionen Menschen Rat in Praxen suchten und jeder Arzt im Schnitt 70 Patienten behandeln musste. Über die ganze Woche behandele ein Mediziner im Schnitt 38 Patienten pro Tag. Vor allem Hausärzte und Internisten hätten gemessen an ihrem höheren Beratungsbedarf am wenigsten Zeit. Oft nur "flüchtige Behandlungen" könnten ein Grund für die vielen Arztbesuche sein, sagte der GEK-Vorsitzende Rolf-Ulrich Schlenker. "Es gibt Zweifel, ob bei jedem Kontakt das Richtige getan wird und ausreichend getan wird", sagte Schlenker. Studienautor Friedrich Wilhelm Schwartz sagte, es sei "ein Problem", dass für längere Gespräche beim Arzt oft die Zeit fehle. Jeder zweite Bundesbürger nahm der Studie zufolge binnen eines Jahres vier oder mehr Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen in Anspruch. Nur acht Prozent der Bevölkerung gingen im untersuchten Jahr kein einziges Mal zum Arzt, vor allem waren dies Männer im Alter zwischen 20 und 44 Jahren. Junge Männer zwischen 20 und 25 konsultieren demnach am seltensten einen Mediziner, nämlich sieben bis acht Mal im Jahr. Ihre Altersgenossinnen suchten dagegen ungefähr doppelt so häufig eine Praxis auf. dpa/afp