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Ägyptens Großmufti hält Terror nicht für Problem des Islam

Ägyptens Großmufti hält Terror nicht für Problem des Islam

. Aus Sicht von Ägyptens oberstem islamischen Rechtsgelehrten, Großmufti Shawki Allam, haben die weltweiten Selbstmord attentate mit dem Islam als Religion nichts zu tun. "Dies ist kein islamisches Problem", sagte Allam gestern in Bonn in einem Interview. Die Geschichte sei Zeuge einer großen Zahl solcher Vorfälle, "aber sie haben nichts zu tun mit religiösen Praktiken oder Werten". Auch die von den Extremisten angeführten religiösen Begründungen hätten "nichts mit dem eigentlichen Verständnis des Glaubens zu tun".

Allam, der als einer der einflussreichsten Muslime der Welt gilt, sagte, er fühle sich angesichts der zahlreichen Terroranschläge "nicht hilflos". Verurteilung der Anschläge sei nicht alles, was seine Behörde tue. "Wir beobachten das Auftauchen radikaler Ideen 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche und versuchen gegenzusteuern", sagte er. "Letztlich befinden wir uns in einer Art intellektuellem 'Krieg' mit radikalen Ideen." Die Medien sollten radikalen Gruppen keine Öffentlichkeit mehr geben, indem sie Bilder von Selbstmordattentätern und Terroristen zeigten.