Abwägung zwischen Grundrechten

Was bedeutet Beschneidung beim Mann?Bei der Beschneidung wird die Vorhaut des Penis operativ teilweise oder ganz entfernt. Dies kann aus medizinischen oder hygienischen Gründen durchgeführt werden. So unterstützt die Weltgesundheitsorganisation seit mehreren Jahren Kampagnen für die Beschneidung von Männern in Afrika, um die Verbreitung von HIV einzudämmen

Was bedeutet Beschneidung beim Mann?Bei der Beschneidung wird die Vorhaut des Penis operativ teilweise oder ganz entfernt. Dies kann aus medizinischen oder hygienischen Gründen durchgeführt werden. So unterstützt die Weltgesundheitsorganisation seit mehreren Jahren Kampagnen für die Beschneidung von Männern in Afrika, um die Verbreitung von HIV einzudämmen. Oft hat die Beschneidung von Jungen aber auch religiöse oder kulturelle Gründe; sie symbolisiert auch die Aufnahme in die Gemeinschaft.

Wie viele Männer sind beschnitten?

Gegenwärtig sind nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 25 und 33 Prozent der männlichen Weltbevölkerung beschnitten. In den USA liegt die Rate der Männer, die aus hygienischen Gründen bei der Geburt beschnitten werden, zwischen 40 und 60 Prozent. In Europa beträgt die Beschneidungsrate laut Weltgesundheitsorganisation nur rund 20 Prozent.

Wie begründen Judentum und Islam die Beschneidung?

Im Buch Genesis (1. Buch Mose 17) befiehlt Gott Abraham: "Alles Männliche werde bei euch beschnitten; und ihr sollt das Fleisch eurer Vorhaut beschneiden. Und das soll das Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch." Deshalb sollen jüdische Jungen im Alter von acht Tagen beschnitten werden. Im Koran ist die Beschneidung nicht erwähnt, aber obligatorischer Brauch.

Warum hat das Kölner Landgericht sich gegen die Beschneidung ausgesprochen?

Das Urteil ist Teil der Debatte, ob religiöse Rituale wie das Kopftuch oder das Schächten, die nicht der christlichen Welt angehören, in die europäische Welt passen. Die Richter haben zwischen dem Grundrecht der Religionsfreiheit und dem Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit abgewogen und letzterem den Vorrang gegeben. Sie sehen in der Beschneidung einen irreparablen Eingriff. Es handle sich um eine unerlaubte Körperverletzung. Der irreversible Eingriff darf nur mit Einwilligung des Patienten geschehen. Wo dies unmöglich ist - wie bei Säuglingen - bedarf es der Einwilligung durch die Eltern. Auch ihr Votum darf das Wohl des Kindes nicht gefährden. kna