9400 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan

Wieder mehr Organspenden : 9400 Menschen warten auf ein Spenderorgan

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt stehen derzeit in der Bundesrepublik rund 9400 Patienten auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Rund 8000 Dialysepatienten warten auf eine Nierentransplantation.

Ihre Zahl ist fast viermal so hoch wie die der pro Jahr übertragenen Organe, erklärte die Stiftung Organtransplantation, die bundesweit agierende Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende. Täglich sterben statistisch gesehen drei Patienten, weil für sie nicht rechtzeitig ein passendes Organ verfügbar ist.

In den deutschen Transplantationszentren werden demnach folgende Organe übertragen: Niere, Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Für diese Organe werden separate Wartelisten geführt, auf denen alle Patienten registriert werden, die ein Organ benötigen und sich aus medizinischer Sicht einer Transplantation unterziehen können.

Zuletzt stiegen in der Bundesrepublik die Spenderzahlen nach jahrelangem Rückgang wieder an. Im vergangenen Jahr haben deutschlandweit insgesamt 955 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe für schwer kranke Patienten gespendet, was einem Zuwachs von etwa 20 Prozent entspricht (2017 waren es 797 Menschen). Von diesen Spendern wurden 3113 Organe durch die Vermittlungsstelle Eurotransplant an Patienten auf den Wartelisten vermittelt.

Im Jahr 2018 wurde Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation zufolge 1609 Patientinnen und Patienten eine Niere transplantiert. Die durchschnittliche Wartezeit auf eine solche Operation beträgt in der Bundesrepublik derzeit etwa sechs Jahre. Außerdem gab es 779 Lebertransplantationen. 295 Herzen und 338 Lungen wurden in deutschen Kliniken übertragen, wie die DSO weiter mitteilte. Außerdem wurden 91 Pankreastransplantationen vorgenommen. Drei Mal wurde im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik ein Dünndarm transplantiert.