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Tobias Hans plädiert indirekt für Markus Söder als Kanzlerkandidaten der Union

Streit zwischen CDU und CSU : Hans plädiert indirekt für Söder als Kanzlerkandidaten der Union

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans ist aus der Phalanx der Laschet-Unterstützer unter den CDU-Landeschefs ausgeschert. Seine Einlassungen lassen den Schluss zu: Er ist für Söder.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ist im Machtpoker zwischen Armin Laschet und Markus Söder vom Votum der Parteigremien für den CDU-Chef abgerückt. Zugleich signalisierte er Unterstützung für den CSU-Chef, indem er die Bedeutung der Umfrage für die Auswahl des Kandidaten betonte: „Es ist völlig klar, dass die Frage, mit welcher Person man die besseren Chancen bei den Wahlen hat, eine zentrale Rolle spielen muss“, sagte Hans der Zeitung  „Welt“. Umfrage-Ergebnisse alleine sollten nicht im Vordergrund stehen. „Aber sie geben schon einen wichtigen Hinweis darauf, wie man sich im Wahlkampf aufzustellen hat“, sagte Hans. CSU-Chef Söder liegt in Umfragen derzeit weit vor Laschet. Auch CSU-Chef Markus Söder selbst verweist in der Auseinandersetzung um die K-Frage auf die seit vielen Monaten für ihn sehr positiven Umfragen. Laschet dagegen betont immer wieder, Umfragen könnten sich auch sehr schnell ändern.

Hans: „Festgestellt, dass es zwei geeignete Kandidaten gibt“

Auch stellte Hans infrage, dass sich die Spitzengremien der CDU für Laschet ausgesprochen hätten. „Ich habe den Beschluss des Parteipräsidiums nie so verstanden, dass es nur Armin Laschet werden kann. Wir haben festgestellt, dass es zwei geeignete Kandidaten gibt. Der Auftrag war, dass Armin Laschet die Frage Kanzlerkandidatur mit Markus Söder klärt.“ Dass sich ein Parteipräsidium hinter seinen Vorsitzenden stelle, sei doch verständlich, sagte der CDU-Politiker.

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte Söder am Donnerstag zum Rückzug aufgefordert. Und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte dem Hessischen Rundfunk: „Es ist doch völlig klar, dass die große CDU - das hat Markus auch immer gesagt - das erste Zugriffsrecht hat. Und genau das haben wir gemacht.“ Bouffier betonte, er stehe weiter hinter Laschet.

Es geht nicht um „CDU oder CSU“

Hans erklärte nun, an der Basis gehe es nicht um die Frage „CDU oder CSU“. „Sondern es muss um die Frage gehen: Mit wem steht die Union am Wahlabend vorne? Die Union kann nur gewinnen, wenn sie geschlossen steht. Und wir brauchen eine motivierte Basis, um einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen.“ Hans appellierte an Laschet und Söder, sich schnell zu einigen. „Niemand muss beschädigt aus dieser Auseinandersetzung herausgehen“, sagte der CDU-Politiker. Beide seien Parteivorsitzende, beide seien und blieben Ministerpräsidenten. „Beide werden in der Union gebraucht.“