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Syriens Regime lässt wieder Panzer rollen

Syriens Regime lässt wieder Panzer rollen

Damaskus. Neues Blutvergießen in Syrien: Das Regime von Präsident Baschar al-Assad greift vor dem heutigen Beginn des Fastenmonats Ramadan hart durch und schickt seine Panzer in die Widerstandshochburg Hama. Mindestens 100 Menschen wurden bei der gestern Morgen begonnenen Militäroffensive gegen die viertgrößte Stadt des Landes getötet

Damaskus. Neues Blutvergießen in Syrien: Das Regime von Präsident Baschar al-Assad greift vor dem heutigen Beginn des Fastenmonats Ramadan hart durch und schickt seine Panzer in die Widerstandshochburg Hama. Mindestens 100 Menschen wurden bei der gestern Morgen begonnenen Militäroffensive gegen die viertgrößte Stadt des Landes getötet. Über 100 weitere erlitten Verletzungen, berichteten syrische Aktivisten. Auch in anderen Landesteilen ließ das Regime die Waffen sprechen. Gepanzerte Armeeverbände rückten in die Ortschaft Harak in der südlichen Provinz Daraa, in die nordöstliche Stadt Deir al-Zor und in den Vorort Al-Moadamija bei Damaskus ein. Insgesamt seien gestern in ganz Syrien 136 Menschen getötet worden, berichteten die Aktivisten.In Hama drangen die Truppen im Morgengrauen ein. Zuvor hatten Spezialisten die Strom- und Wasserversorgung gekappt. Panzer sollen in Wohngebiete gefeuert, Scharfschützen auf Hausdächern Stellung bezogen haben. Die Panzer überrollten Hunderte Barrikaden, die die Bewohner der Stadt in den vergangenen Wochen errichtet hatten, wie Augenzeugen berichteten.

Die Berichte konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Vor dem Hintergrund ihrer bisherigen Tätigkeit können diese Quellen jedoch als glaubwürdig betrachtet werden. Das Regime in Damaskus lässt ausländische Journalisten praktisch nicht im Land arbeiten.

 Syriens Präsident Baschar al-Assad greift vor Beginn des Fastenmonats Ramadan hart durch. Foto: dpa
Syriens Präsident Baschar al-Assad greift vor Beginn des Fastenmonats Ramadan hart durch. Foto: dpa

Die EU plane angesichts des Blutvergießens, die Strafmaßnahmen gegen die syrische Führung erneut auszuweiten, erklärte Außenminister Guido Westerwelle. Die EU hat bislang 30 Vertreter des Regimes mit einem Einreiseverbot belegt, darunter Machthaber Baschar al-Assad selbst. Zudem wurden deren Vermögenswerte eingefroren. Trotz seines immer wieder brutalen Vorgehens vermochte das Regime in Damaskus die seit viereinhalb Monaten aktive Demokratiebewegung nicht zu unterdrücken. Nach dem Blutbad in Hama riefen syrische Aktivisten zu landesweiten Demonstrationen nach dem gestrigen Nachtgebet auf, das den Ramadan einleitete. dpa