Suche nach Endlager kommt nicht vom Fleck

Berlin. Die Suche nach einem Endlager für Atommüll kommt kaum vom Fleck. Teilnehmer eines Spitzengesprächs von Bund, Ländern und Parteien gestern Abend sagten, in den kommenden Wochen seien wenig Fortschritte zu erwarten. SPD-Chef Sigmar Gabriel und die Grünen-Spitze gingen schon vor dem Treffen in Berlin auf Gegenkurs zu Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU)

 Die Bundesregierung hat vorerst einmal Abstand von der weiteren Erkundung des Salzstocks Gorleben als Atomendlager genommen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Bundesregierung hat vorerst einmal Abstand von der weiteren Erkundung des Salzstocks Gorleben als Atomendlager genommen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Berlin. Die Suche nach einem Endlager für Atommüll kommt kaum vom Fleck. Teilnehmer eines Spitzengesprächs von Bund, Ländern und Parteien gestern Abend sagten, in den kommenden Wochen seien wenig Fortschritte zu erwarten. SPD-Chef Sigmar Gabriel und die Grünen-Spitze gingen schon vor dem Treffen in Berlin auf Gegenkurs zu Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU).Gabriel warnte vor verfassungsrechtlichen Problemen. Insbesondere lehnte er die Idee ab, den Betrieb des Endlagers an Privatunternehmen zu vergeben. Zudem warnte er davor, den Salzstock Gorleben zu einem Referenzstandort zu machen, an dem sich alle anderen Kandidaten messen müssten.

Im November hatten sich Bund und Länder auf einen Neustart bei der Endlagersuche verständigt. Röttgen will die Erkundung in Gorleben zwar noch in diesem Jahr einstellen, das Erkundungsbergwerk aber nicht schließen. Unter anderem soll dort ein Forschungslaborbetrieb möglich sein.

Grünen-Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin sagte zu Gorleben, es müsse ein Bau- und Erkundungsstopp verhängt werden. Trittin lehnte zudem den Plan Röttgens ab, ein neues Institut für die Endlagersuche zu schaffen. Dafür solle weiter das Bundesamt für Strahlenschutz zuständig bleiben, das sich damit gut auskenne. Der Präsident des Deutschen Atomforums, Ralf Güldner, hält indes am Standort Gorleben als Endlager fest. Es gebe keine technisch begründeten Argumente dagegen, sagte Güldner dem ARD-"Morgenmagazin". "Wir sehen keinen Grund, hier auf der Zielgerade stehen zu bleiben." dapd