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Studie: Euro-Aus Athens kostet 17 Billionen Euro

Studie: Euro-Aus Athens kostet 17 Billionen Euro

Gütersloh/Athen. Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone könnte nach Einschätzung von Experten die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession stürzen

Gütersloh/Athen. Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone könnte nach Einschätzung von Experten die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession stürzen. Nach einer gestern veröffentlichten Studie der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung würden die 42 wichtigsten Volkswirtschaften der Welt im schlimmsten Fall bis zum Jahr 2020 Wachstumseinbußen in Höhe von insgesamt 17,2 Billionen Euro erleiden. Das entspricht etwa der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands von sieben Jahren.Isoliert betrachtet wäre ein Staatsbankrott des Mittelmeerlandes und sein Euro-Austritt "für die Weltwirtschaft ökonomisch verkraftbar", meinen die Autoren. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass die Kapitalmärkte dann auch Portugal, Spanien und Italien das Vertrauen entziehen und es dort ebenfalls zu Staatsbankrotten kommt. Die Weltwirtschaft würde dadurch in eine tiefe Rezession fallen.

Derweil verdichten sich aber die Hinweise, dass Athen mit der Auszahlung der nächsten Hilfstranche von 31,5 Euro Milliarden gegen die Pleite rechnen kann. Nach Angaben der EU-Kommission hat sich die "Troika" internationaler Geldgeber über die meisten Sparvorhaben mit Griechenlands Behörden geeinigt. Sie sollen Athens Staatskasse um 13,5 Milliarden Euro entlasten.

Allerdings will Deutschland bei den Milliarden-Rettungshilfen die Zügel straffer anziehen. Wie gestern aus Koalitionskreisen verlautete, strebt Berlin bereits mit der Auszahlung der nächsten Kredittranche ein Sonderkonto mit schärferen Kontrollmechanismen durch die Europäer an. Athen solle das Geld nicht nach eigenen Vorstellungen ausgeben, sondern vorrangig seine Schulden bei den internationalen Kreditgebern bedienen.

EU-Gipfel berät Reform

Die Lage Griechenlands steht nicht offiziell auf der Tagesordnung des zweitägigen EU-Gipfels, der heute in Brüssel beginnt. Sie dürfte aber dennoch zur Sprache kommen. Bei dem Treffen stehen Pläne der EU-Spitze zum grundlegenden Umbau der Wirtschafts- und Währungsunion im Mittelpunkt. Im Vorfeld hatten Ideen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für einen Umbau der EU für heftige internationale Debatten gesorgt. , Seite A 6: Interview dpa/red