Steinmeier kehrt pünktlich ins Amt zurück

Berlin. Der Terminplan füllt sich wieder. So wie er es am 23. August angekündigt hatte, wird SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (Foto: dpa) Ende Oktober in sein Büro zurückkehren. Fast auf den Tag genau zwei Monate nach seiner Organspende soll er nach jetziger Planung am 26. Oktober wieder seine erste Fraktionssitzung leiten, wurde auf Anfrage mitgeteilt. Steinmeier war am 24

Berlin. Der Terminplan füllt sich wieder. So wie er es am 23. August angekündigt hatte, wird SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (Foto: dpa) Ende Oktober in sein Büro zurückkehren. Fast auf den Tag genau zwei Monate nach seiner Organspende soll er nach jetziger Planung am 26. Oktober wieder seine erste Fraktionssitzung leiten, wurde auf Anfrage mitgeteilt.

Steinmeier war am 24. August operiert worden. Er hatte seiner schwer kranken Frau eine gesunde Niere gespendet. Der 54-Jährige ist schon seit einigen Tagen wieder zu Hause, während die 48-jährige Gattin Elke Büdenbender sich derzeit noch in einer Rehabilitationsklinik in Berlin befindet. Aber auch sie soll rechtzeitig zu den Berliner Herbstferien nächste Woche wieder daheim sein. Beide wollen dann zusammen mit ihrer Tochter noch für einige Tage in die Berge verreisen. Der Heilungsprozess verlaufe bei beiden den Erwartungen entsprechend und sei zufrieden stellend, hieß es. Dennoch muss sich Elke Büdenbender noch sehr schonen und wie alle Organ-Empfänger noch eine Weile Medikamente nehmen, die eine Abstoßung unterdrücken. Für den Bundespresseball Ende November hat sich das Paar zwar angemeldet, doch würden beide wohl absagen müssen, hieß es.

Steinmeier hat seine erste Arbeitswoche schon wieder ziemlich vollgepackt. Es ist eine Sitzungswoche des Bundestages. Am 27. Oktober ist bereits seine Teilnahme an einer Diskussionsveranstaltung geplant. "Fraktion kontrovers" heißt die Reihe, bei der diesmal Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann zu Gast ist. Es geht um die Finanzmärkte. Tags drauf ist der Ex-Außenminister für eine Buchpräsentation vorgesehen. Eine Historikerkommission legt ihren Bericht über die Vergangenheit des Auswärtigen Amtes in der Zeit des Dritten Reiches vor. Amtsvorgänger Joschka Fischer, der ebenfalls bei der Vorstellung anwesend ist, hatte das Werk in Auftrag gegeben.

In seiner Abwesenheit hat es um Steinmeier - anders als etwa um den erkrankten Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) - weder innerparteilich noch in den Medien eine Personaldiskussion gegeben. Zwar habe der kommissarische Fraktionschef Joachim Poß die Sitzungen stets sehr humorig geleitet, doch käme niemand auf die Idee zu denken, er könne den Job für immer machen, hieß es in der SPD-Fraktion. "Dazu war zu klar, dass Steinmeier bald wieder da ist".

In seiner Abwesenheit hat der einstige SPD-Kanzlerkandidat seine Position sogar noch ausbauen können Die durch die Organspende deutlich gewordene Liebe der Eheleute rührte die Deutschen. Bei einer aktuellen Umfrage, wer der nächste Kanzlerkandidat der SPD sein sollte, führte er mit 30 Prozent klar vor Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (21 Prozent) und SPD-Chef Sigmar Gabriel (16 Prozent). Und das, obwohl Steinbrück und Gabriel zwei Monate lang die politische Bühne der SPD, darunter einen Bundesparteitag, ganz allein bespielen konnten. Manche sagen auch: gerade deshalb.

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