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Steinbrücks Mannschaft nimmt Formen an

Steinbrücks Mannschaft nimmt Formen an

Mit seinem „Kompetenzteam“ will SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück Schub in den Wahlkampf bekommen. Heute sollen die ersten drei Mitglieder auf die Bühne treten. Über weitere Namen wird spekuliert.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will heute seine ersten drei "Schattenminister" präsentieren - das ganze Wahlkampfteam aber erst schrittweise vorstellen. Weitere Mitglieder würden zu gegebener Zeit bekannt gegeben, sagte sein Sprecher Michael Donnermeyer am Samstag. Nach einem Bericht des Magazins "Focus" soll Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) die Themen Energie, Infrastruktur und Aufbau Ost übernehmen. Für Justiz solle Hamburgs Senatorin Jana Schiedek (SPD) zuständig sein. Steinbrücks Sprecher bezeichnete dies als Spekulationen. Insgesamt will der 66-Jährige zehn bis zwölf Persönlichkeiten in das "Kompetenzteam" holen.

Bereits fest stehen drei Mitglieder, die Steinbrück heute nach einer SPD-Vorstandssitzung vorstellen will. Der langjährige Chef der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Klaus Wiesehügel, soll für Arbeit und Soziales zuständig sein. Innenpolitik übernimmt der SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Die Design-Professorin Gesche Joost soll die Themen Netzpolitik und Internet vertreten. Die gebürtige Kielerin ist seit 2010 Professorin für Designforschung an der Universität der Künste Berlin.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) äußerte sich trotz weiterhin schwacher Umfragewerte zuversichtlich, dass die SPD bei der Wahl am 22. September ein "gutes Ergebnis" erzielen werde. "Ich kenne solche Situationen und weiß, dass die Wahl erst dann entschieden ist, wenn die Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgegeben haben", sagte sie der "Welt am Sonntag". Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag", im Wahlkampf werde noch deutlicher werden, dass Steinbrück "nicht nur ein rationaler Krisenmanager" sei, sondern "auch ein sehr mitfühlender, durch und durch empathischer Mensch".

Zu dem Bericht über weitere Mitglieder des Steinbrück-Teams sagte der Sprecher des Thüringer Wirtschaftsministeriums, Stephan Krauß, am Samstag auf Anfrage, Machnig könne dies nicht bestätigen. Der Minister werde sich "an Spekulationen, wer wann und wie als Mitglied in das Wahlkampfteam berufen wird, nicht beteiligen. Das ist allein die Entscheidung des Kanzlerkandidaten". Senatorin Schiedek wollte sich nicht äußern, wie ihr Sprecher sagte.

Den Bereich Bildung im Steinbrück-Team könnte laut "Focus" die Präsidentin des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung, Jutta Allmendinger, übernehmen. Der Sprecher des Zentrums, Paul Stoop, sagte auf Anfrage am Samstag, Allmendinger wolle zu den Gerüchten keine Stellung nehmen.