SPD-Fraktionschef gibt Merkel Mitschuld am Erstarken der AfD

SPD-Fraktionschef gibt Merkel Mitschuld am Erstarken der AfD

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat einen zu wenig konservativen Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU ) kritisiert und für das Erstarken der AfD mitverantwortlich gemacht. "Bodenständig Konservative haben in der CDU keine politische Heimat mehr", konstatierte der Sozialdemokrat in der "Welt am Sonntag".

"Merkel macht Millionen Bürger politisch heimatlos. Das ist ein schweres Versäumnis und ein Grund dafür, dass auch nicht-extreme Wähler zur AfD abwandern." Oppermann übernimmt damit Argumente der Konservativen in der Union. Bisher allerdings wirft seine Partei der Union eher das Gegenteil vor. Der SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner hatte kürzlich die CSU scharf kritisiert, weil sie sich bei der AfD anbiedere und teilweise sogar deren Parolen übernehme. "Und die CDU tut nichts", hatte Stegner beklagt.

Die Afd drehte in einer ersten Reaktion den Spieß um. "Der Druck von links zeigt, wie sehr Merkel und die Union unter Kontrolle der innerlich entkernten SPD stehen", sagte AfD-Chefin Frauke Petry. Oppermanns Kritik offenbare das Scheitern der SPD , die - von linken Utopien getrieben - die Bedürfnisse des kleinen Mannes vergessen habe.