Sicherheitsbedenken gegen Duty-free-Shops

Sicherheitsbedenken gegen Duty-free-Shops

Berlin/Washington. In der Debatte über Sicherheitsmaßnahmen nach dem knapp verhinderten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug gerät das Angebot der Duty-free-Shops zunehmend in die Kritik. Gewerkschaften von Polizisten und Piloten forderten ein Verkaufsverbot für Rasierklingen, Feuerzeuge, hochprozentigen Alkohol einschließlich Parfüm im besonders gesicherten Abflugbereich

Berlin/Washington. In der Debatte über Sicherheitsmaßnahmen nach dem knapp verhinderten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug gerät das Angebot der Duty-free-Shops zunehmend in die Kritik. Gewerkschaften von Polizisten und Piloten forderten ein Verkaufsverbot für Rasierklingen, Feuerzeuge, hochprozentigen Alkohol einschließlich Parfüm im besonders gesicherten Abflugbereich. Mit Blick auf die Debatte über die Einführung von Körper-Scannern bekräftigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), dass vorher sämtliche Bedenken zu Fragen der Gesundheit und des Persönlichkeitsrechts ausgeräumt würden. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich ebenfalls zurückhaltend gegenüber der Einführung von Scannern und sprach sich gegen schärfere Gesetze aus. Nötig sei vielmehr eine besser ausgestattete Polizei, sagte Westerwelle dem Magazin "Focus". Mit Blick auf die Scanner warnte er vor Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte. Zugleich zeigte sich der FDP-Politiker aber offen für technische Weiterentwicklungen bei den Kontrollgeräten, mit deren Hilfe beispielsweise am Körper versteckte Sprengstoffe gefunden werden sollen.

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, kritisierte: "Jenseits der Sicherheitsschleusen bekommen mögliche Attentäter in Duty-free-Shops und Restaurants alles, was sie für den Bombenbau brauchen." Auch der Sprecher der Piloten-Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerk, beklagte erneut, dass Passagieren bei der Kontrolle harmlose Wasserflaschen abgenommen würden, sie hinter der Schleuse aber oft brisante Waren kaufen könnten.

Nach dem vereitelten Anschlag will US-Präsident Barack Obama am Dienstag mit den obersten Chefs der zuständigen Geheimdienste über Konsequenzen beraten. Er wolle über das Wochenende die von ihm angeforderten Berichte über die Hintergründe des Anschlagsversuchs studieren, um dann mit den Geheimdienstchefs persönlich über den Stand der Ermittlungen zu sprechen, erklärte Obama am Donnerstag in Honolulu. Bei dem Treffen in Washington soll es um die von ihm geforderten Untersuchungen über Sicherheitspannen vor dem Anschlagsversuch gehen. Obama will außerdem über Verbesserungen bei der Sicherheit und beim Austausch zwischen den Geheimdiensten reden, wie der Präsident an seinem Urlaubsort auf Hawaii mitteilte. Der Präsident hatte Anfang der Woche "katastrophale" Sicherheitspannen eingeräumt. dpa/afp

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