Serie Wahl-Ideen: Die Forderung nach einem Verbot von Ölheizungen

Serie Wahl-Ideen: Die Forderung nach einem Verbot von Ölheizungen

Alle Parteien haben in ihren Wahlprogrammen einige ungewöhnliche Ideen parat, die wir in dieser Serie testen. Heute: Die Forderung der Grünen nach einem Verbot von Ölheizungen.

Die Idee: Ab 2015 sollen keine neuen Ölheizungen mehr installiert werden dürfen, heißt es im Wahlprogramm der Grünen. Unklar ist, wie die Partei verfahren will, wenn alte Anlagen gegen neue ausgetauscht werden sollen. In Dänemark, das Vorbild für diesen Vorschlag ist, ist der Neubau von Ölheizungen schon seit 2013 verboten, der Austausch eines alten gegen einen neuen Ölbrenner ab 2016. Beide Verbote erstrecken sich dort auch auf Gasheizungen, die hierzulande als saubere Energie gelten.

Der Haken: Heizungen mit den fossilen Energieträgern Öl und Gas laufen in Deutschland in 86 Prozent der Keller, reine Ölheizungen in 27 Prozent. Viele von Ihnen sind alt. Alternative Heizsysteme sind in der Anschaffung aber teurer. Zwar rentieren sie sich später, trotzdem dürften viele Hausbesitzer wegen der Kosten bei einem solchen Verbot versuchen, eine Modernisierung herauszuzögern. Und das hätte negative Folgen für die Umwelt. Dabei können moderne Ölbrenner wie Brennwertkessel durchaus energetisch effizient sein.

Die Bewertung: Das Hauptproblem liegt woanders: in der niedrigen energetischen Sanierungsquote (jährlich ein Prozent). Das betrifft auch Dämmung und Fenster, wo viel mehr Energie gespart werden kann. An einer höheren Sanierungsrate des Bestandes sollte die Politik arbeiten - die wird dann auch schnell die Keller erreichen, und das Problem der vielen überalterten Heizkessel löst sich von allein. Nicht Zwang hilft hier, sondern finanzielle Förderung. Die steuerliche Absetzbarkeit der energetischen Sanierung haben SPD und Grüne aber im Bundesrat verhindert.

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