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Selbst Helmut Schmidt muss weichen

Selbst Helmut Schmidt muss weichen

Die Bundeswehr räumt auf: Ein weiterer Terrorverdächtiger wird festgenommen, sämtliche Andenken an die Wehrmacht werden aus Kasernen entfernt.

(dpa) Seit Bekanntwerden der Affäre um den Terrorverdächtigen Franco A. kommt die Bundeswehr nicht zur Ruhe. Ein weiterer Soldat sei an diesem Freitag wegen rechtsextremer Äußerungen vom Dienst suspendiert worden, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Der verdächtige Soldat sei in der Kaserne stationiert gewesen, in der auch der Terrorverdächtige Franco A. seinen Dienst ableistete. Die Ermittler stießen im Fall Franco A. inzwischen auch auf eine Anleitung zum Bombenbau. Wie der "Spiegel" berichtete, fanden sie auf Datenträgern das in islamistischen Terrorkreisen verbreitete "Mujahideen Explosives Handbook" aus den 90er Jahren. Außerdem soll sich Franco A., der ein Doppelleben als "syrischer Flüchtling" führte, ein in Deutschland verbotenes Werk aus der Schweiz mit dem Titel "Der totale Widerstand" beschafft haben. Laut "Spiegel" war der nun vom Dienst suspendierte Ralf G. in seiner Kaserne im nordrhein-westfälischen Augustdorf durch die Meldung eines Kameraden aufgefallen. Der Mann soll auch einen Hinweis auf die rechtsextreme Gruppe rund um Oberleutnant A. gegeben haben. Er sagte laut der Zeugenaussage des Kameraden, in der Kaserne Illkirch gebe es "eine Gruppe gewaltbereiter Offiziere, die Waffen und Munition sammeln". Die in dieser Affäre in die Kritik geratene Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) lässt derzeit sämtliche Kasernen auf Wehrmachtsandenken durchsuchen.

Dieser Kampagne fiel jetzt auch Altkanzler Helmut Schmidt zum Opfer. Da ein Bild den 2015 gestorbenen SPD-Politiker in Wehrmachtsuniform zeigt, ließ die nach ihm benannte Bundeswehruniversität Hamburg sein Konterfei aus dem Flur eines Studentenwohnheims entfernen.

Das Streitkräfteamt hatte bereits im Januar veranlasst, die Ausgabe des Liederbuches "Kameraden singt!" der Bundeswehr zu stoppen und eine neue Liederliste zu erstellen. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete, stehen vor allem die Lieder "Schwarzbraun ist die Haselnuss", das "Panzerlied" oder das "Westerwald-Lied" in der Kritik.