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Schüler sollen weniger pauken, aber mehr lernen

Schüler sollen weniger pauken, aber mehr lernen

Saarbrücken. Die saarländischen Gymnasiasten, die auf verkürztem Weg ihr Abitur machen (G8), erwartet im kommenden Schuljahr eine weitere Entlastung. Das Bildungsministerium von Ressortchef Ulrich Commerçon (SPD) verlagert das pädagogische Konzept von der reinen Wissensvermittlung hin zum Erlernen von Lern-Kompetenzen

Saarbrücken. Die saarländischen Gymnasiasten, die auf verkürztem Weg ihr Abitur machen (G8), erwartet im kommenden Schuljahr eine weitere Entlastung. Das Bildungsministerium von Ressortchef Ulrich Commerçon (SPD) verlagert das pädagogische Konzept von der reinen Wissensvermittlung hin zum Erlernen von Lern-Kompetenzen. In diesem Zusammenhang würden die Lehrpläne für die Klassen fünf und sechs, in einigen Fächern auch für die Klassen sieben und acht reduziert, sagte der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Saar-Landtag, Thomas Schmitt (CDU), gestern auf SZ-Anfrage. Die angepassten Lehrpläne würden im kommenden Sommer "vorläufig" für ein Jahr in Kraft gesetzt."Wir verzichten darauf zu sagen, die Schüler müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Fakt ganz genau wissen", erklärte Schmitt. Stattdessen sollten die Jugendlichen vor allem lernen, wie sie sich Wissen selbst aneignen. Im Fach Geschichte könne das beispielsweise auf den Umgang mit historischen Texten oder Quellenangaben abzielen, sagte Schmitt.

Nach dem Konzept des Bildungsministeriums, das der SZ vorliegt, soll die Stoffmenge im neuen Lehrplan reduziert werden, um Freiräume für Wiederholungen, vertieftes Üben und fächerübergreifendes Lernen zu schaffen. Die Stundenzahl am G8-Gymnasium könne jedoch wegen der Vorgaben der Kultusministerkonferenz nicht weiter reduziert werden, so Schmitt. Ab dem Schuljahr 2013/14 sollen die neuen Lehrpläne vorläufig gelten, Rückmeldungen der Schulen werden dann in die endgültige Fassung einfließen.

Die grüne Landtagsfraktion kritisierte, das Vorhaben enthalte "wenig Neues". Zugleich heizte sie die Debatte über weitere Schulschließungen neu an. 19 Schulen könnte bis zum Schuljahr 2016/17 das Aus drohen, weil sie nicht mehr die im Schulordnungsgesetz vorgegebene Schülerzahl erreichen. Während die SPD-Fraktion betonte, es gehe um die Vermeidung weiterer Schließungen, sprach Grünen-Fraktionschef Hubert Ulrich von einem "scheinheiligen Versuch, die Öffentlichkeit zu täuschen". dik/red

Foto: Becker & Bredel