Schreier gegen Öffnung des Sportwetten-Markts

Schreier gegen Öffnung des Sportwetten-Markts

Saarbrücken/Berlin. Das staatliche Glücksspiel-Monopol ist europarechtlich nur zulässig, wenn für alle Anbieter gleiche Regeln gelten. Das besagt das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofs. Die staatlichen Lottogesellschaften werteten es als Bestätigung ihres Monopols, zugleich sehen die Befürworter einer Liberalisierung bessere Chancen für eine Öffnung insbesondere des Sportwetten-Marktes

Saarbrücken/Berlin. Das staatliche Glücksspiel-Monopol ist europarechtlich nur zulässig, wenn für alle Anbieter gleiche Regeln gelten. Das besagt das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofs. Die staatlichen Lottogesellschaften werteten es als Bestätigung ihres Monopols, zugleich sehen die Befürworter einer Liberalisierung bessere Chancen für eine Öffnung insbesondere des Sportwetten-Marktes. Denn die Richter haben klargemacht, dass der gesamte Glücksspiel-Bereich neu geregelt werden muss. Dies könnte bedeuten, dass für private Spielhallen-Betreiber zukünftig ebenso strenge Spielerschutz-Regeln und Abgabe-Auflagen greifen könnten wie jetzt für die staatlichen Casino-Betreiber. Andererseits müssten auch bisher verbotene Internet-Sportwetten zugelassen werden. Dafür macht sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) stark, der für den Profi-Fußball mit Einnahmen von 300 Millionen Euro rechnet. Bisher war es deutschen Vereinen verboten, mit privaten Sportwetten-Unternehmen zu werben. Vorgeschlagen wird vom DOSB ein "Lizenzierungsmodell": Der Staat soll Konzessionen verteilen und an Bedingungen knüpfen.

Saartoto-Chef Jürgen Schreier (Foto: SZ) lehnt diesen Vorschlag ab. Durch Konzessionierungen werde das Schwarzmarkt-Problem nicht gelöst, sagte er gestern der SZ. Auch sieht er durch eine Teilkommerzialisierung das Monopol in Gänze gefährdet. "Wenn man den Sportwetten-Markt öffnet, lässt sich nicht mehr rechtfertigen, warum man das Monopol für das weit weniger gefährliche Lottospiel belässt." Derweil hat die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Saar gefordert, das Monopol auf private Sportwetten und Glücksspielangebote im Internet auszuweiten. ce