Schluss mit Steuerflucht in die Schweiz

Zürich. Die Schweiz hat als Steuerparadies für deutsche Anleger ausgedient. Die Bundesrepublik und die Eidgenossenschaft vereinbarten gestern in Bern ein sogenanntes Doppelsteuerabkommen, das künftig verhindern soll, dass Geld aus Deutschland unversteuert auf Schweizer Konten liegt. Die Nachbarstaaten legten damit ihren langjährigen Streit bei

Zürich. Die Schweiz hat als Steuerparadies für deutsche Anleger ausgedient. Die Bundesrepublik und die Eidgenossenschaft vereinbarten gestern in Bern ein sogenanntes Doppelsteuerabkommen, das künftig verhindern soll, dass Geld aus Deutschland unversteuert auf Schweizer Konten liegt. Die Nachbarstaaten legten damit ihren langjährigen Streit bei. Ab dem Jahr 2013 soll für alle Schweizer Bankguthaben von deutschen Steuerpflichtigen eine Abgeltungssteuer von 26,4 Prozent gelten. Die Banken sollen das Geld einbehalten und an den deutschen Fiskus weiterleiten. Dies soll allerdings anonym geschehen, sodass die deutschen Behörden nicht erkennen können, wer hinter der Steuerzahlung steckt. Die Anonymität sei "ein zentrales Schweizer Bedürfnis gewesen", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums in Berlin. Die deutschen Finanzbehörden können laut der Vereinbarung aber im Verdachtsfall bei den Schweizer Behörden nachfragen, ob eine bestimmte Person ein Konto in dem Nachbarstaat hält.Mit Inkrafttreten des Gesetzes wird eine Pauschalsumme von zwei Milliarden Schweizer Franken (1,9 Milliarden Euro) fällig, die die Banken aus dem Alpenstaat der Bundesrepublik überweisen müssen. Das Geld soll als rückwirkende Besteuerung deutscher Bankguthaben in der Schweiz ab dem Jahr 2000 dienen. Je nach Höhe des Kapitals und dem Alter des Schweizer Bankkontos sollen die Bankguthaben der deutschen Kunden dazu mit 19 bis 34 Prozent besteuert werden. Auf das Gros der betroffenen Bankkunden werde ein Steuersatz von 20 bis 25 Prozent zukommen, prognostizierte am Mittwoch die Schweizerische Bankenvereinigung. afp

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