Sarrazin muss um Amt und Parteibuch fürchten

Hamburg. Diesmal ist Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin mit seiner Migrantenschelte möglicherweise zu weit gegangen: Neben Grünen und Linkspartei verlangen nun auch Unions-Politiker seine Abberufung aus der Notenbank-Führung. Zugleich stehen in der SPD die Zeichen auf ein neues Parteiausschlussverfahren

Hamburg. Diesmal ist Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin mit seiner Migrantenschelte möglicherweise zu weit gegangen: Neben Grünen und Linkspartei verlangen nun auch Unions-Politiker seine Abberufung aus der Notenbank-Führung. Zugleich stehen in der SPD die Zeichen auf ein neues Parteiausschlussverfahren. Noch deutlicher als zuvor SPD-Chef Sigmar Gabriel legte gestern Generalsekretärin Andrea Nahles Berlins Ex-Finanzsenator nahe, die Partei zu verlassen: "Wer einzelne Bevölkerungsgruppen pauschal verächtlich macht und gegeneinander aufbringt, treibt ein perfides, vergiftetes Spiel mit Ängsten und Vorurteilen und hat mit den Werten und Überzeugungen der SPD rein gar nichts mehr zu tun." "In der Union hätte Sarrazin keinen Platz", stellte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), klar und verglich Sarrazin mit dem niederländischen Rechtspopulisten und Islamfeind Geert Wilders.Der Unions-Außenpolitiker befürchtet Schaden für das Ansehen Deutschlands. Hintergrund sind Äußerungen Sarrazins in seinem neuen Buch "Deutschland schafft sich ab", wonach er muslimischen Migranten vorwirft, sich nicht in die Gesellschaft integrieren zu wollen. ddp

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