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Sarkozy droht nach Tod von Soldaten mit Abzug aus Afghanistan

Sarkozy droht nach Tod von Soldaten mit Abzug aus Afghanistan

Kabul/Paris. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat ein afghanischer Soldat französische Kameraden getötet und damit in Paris eine Debatte über einen vorzeitigen Truppenabzug ausgelöst. Nach einer vorläufigen Bilanz des Verteidigungsministeriums in Paris kamen vier Soldaten ums Leben, 15 weitere wurden verletzt. Frankreich setzte alle Militäraktionen am Hindukusch vorübergehend aus

Kabul/Paris. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat ein afghanischer Soldat französische Kameraden getötet und damit in Paris eine Debatte über einen vorzeitigen Truppenabzug ausgelöst. Nach einer vorläufigen Bilanz des Verteidigungsministeriums in Paris kamen vier Soldaten ums Leben, 15 weitere wurden verletzt. Frankreich setzte alle Militäraktionen am Hindukusch vorübergehend aus. "Die französische Armee ist nicht in Afghanistan, um sich von afghanischen Soldaten beschießen zu lassen", sagte Präsident Nicolas Sarkozy am Freitag in Paris.Er beorderte Verteidigungsminister Gérard Longuet nach Kabul, um die Sicherheitslage zu analysieren. Bislang will Frankreich seine Soldaten in Absprache mit den Alliierten bis Ende 2013/Anfang 2014 vom Hindukusch abziehen. Die französischen Soldaten waren am Freitag beim Angriff eines afghanischen Soldaten in der ostafghanischen Provinz Kapisa getötet worden. Die internationale Schutztruppe Isaf teilte am Freitag mit, der mutmaßliche Todesschütze sei inzwischen festgenommen worden. Erst Ende vergangenen Monats hatte ein afghanischer Soldat zwei französische Kameraden erschossen. dpa