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Saarland 2016 Schlusslicht beim Wachstum

Saarland 2016 Schlusslicht beim Wachstum

Maschinenbau, Auto und Stahl stützen die Saar-Wirtschaft. Weil sie kriselten, gab es 2016 im Land Nullwachstum.

Die saarländische Wirtschaft hat im bundesweiten Vergleich im vergangenen Jahr deutlich an Schwung verloren - und ist überhaupt nicht gewachsen. Unter den 16 Bundesländern bedeutete das beim Wachstum den letzten Platz. Nach (allerdings noch vorläufigen) Berechnungen der Statistischen Ämter wurde im Saarland im Jahr 2016 ein Bruttoinlandsprodukt von 35,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Nominal ist das zwar noch ein Zuwachs von 1,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2015 - wird aber die Preissteigerung abgezogen, ergibt sich ein (reales) Nullwachstum. Für Deutschland berechnen die Statistiker dagegen einen realen Zuwachs von immerhin 1,9 Prozent (nominal 3,3 Prozent). Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) sieht als Grund für die Entwicklung die starke Abhängigkeit der Saar-Industrie von der Weltwirtschaft: "Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand an der Saar hängen von einem freien und fairen Welthandel ab. Die zahlreichen Veränderungen auf dem Weltmarkt haben wir im Saarland daher auch sehr zu spüren bekommen." Für dieses Jahr rechnet sie mit einer Belebung. "Die Saarwirtschaft ist gut gestartet und wird 2017 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren" - auch dank der Weltwirtschaft.

Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) war von den Zahlen nicht überrascht: "Spätestens in der zweiten Jahreshälfte zeichnete sich ab, dass kaum noch Impulse aus dem Ausland kommen", sagt IHK-Präsident Richard Weber. "Dies hat vor allem in den Kernbranchen der exportorientierten Saarindustrie zu deutlichen Umsatzeinbußen geführt."

Heftige Rückschläge verzeichnete nach Angaben der Statistiker vor allem der Maschinenbau, wo die Umsätze um 6,6 Prozent schrumpften. In der Automobilproduktion gingen vor allem die Inlandsbestellungen zurück. So blieb am Ende nur ein schwaches Auftragsplus von 1,2 Prozent übrig. Die heimische Stahlindustrie geriet vor allem auf den Auslandsmärkten stark unter Druck (minus 6,3 Prozent) und erlitt dadurch einen Auftragsverlust von insgesamt drei Prozent. Ihren Umsatz konnte sie etwa auf Vorjahresniveau halten. Diese drei großen Industriesektoren erbringen im Saarland fast drei Viertel des Gesamtumsatzes im Verarbeitenden Gewerbe. Positiv entwickelten sich dagegen die Bauindustrie mit einem Umsatzplus von über zehn Prozent sowie das Gastgewerbe und der Tourismus.