Saarbrücker Gericht entfacht Streit ums Kreuz

Saarbrücker Gericht entfacht Streit ums Kreuz

Für die CDU und die Kirchen ist es ein falsches Signal – für die Linke längst überfällig. Die Entfernung aller Kruzifixe aus Sälen des Saarbrücker Amtsgerichts hat eine heftige Kontroverse im Land ausgelöst.

Mit der Anordnung, alle Kreuze aus Sälen seines Gerichts entfernen zu lassen, hat der Präsident des Saarbrücker Amtsgerichts, Stefan Geib, einen Sturm der Entrüstung, aber auch eine Debatte über religiöse Symbole im öffentlichen Raum ausgelöst. Saar-CDU-Generalsekretär Roland Theis bezeichnete Geibs Anordnung als falsch. Von der Entscheidung gehe "das fatale Signal aus, unsere Werte und Symbole befänden sich auf dem Rückzug". Auch das Bistum Trier kritisierte den Schritt scharf. Er sei kein Zeichen von Toleranz, sondern bedeute, "dass wir unsere Tradition und Herkunft verleugnen", erklärte eine Sprecherin auf SZ-Anfrage. Der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Saar-West, Christian Weyer, sprach von einem Verzicht auf ein "Stück Ausdruck unseres kulturellen Selbstverständnisses".

Gerichtspräsident Geib hatte seine Entscheidung am Dienstag unter anderem damit begründet, dass das Kreuz zwar "auch Symbol einer Autorität" sei, aber nicht jener für die Rechtsprechung eines staatlichen Gerichts maßgeblichen". Zudem werde die Justizverwaltung durch Streitigkeiten um das Kreuz von "wichtigeren Aufgaben" abgehalten.

Zustimmung zu seiner Haltung kam von der Linksfraktion im Saar-Landtag. Ein Gerichtssaal sei kein Gebetsraum, sagte die kirchenpolitische Sprecherin Heike Kugler . Das Entfernen der Kruzifixe sei "konsequent" und "längst überfällig". Tatsächlich wurden laut Justizministerium in den meisten saarländischen Gerichtssälen die Kreuze schon entfernt. Derzeit hängen sie noch in 30 von 83 Sälen. In Saar-Schulen ist es nach Aussagen des Bildungsministeriums in den letzten Jahren zu keinen Konflikt über das Kreuz gekommen. > e und Meinung