1. Nachrichten
  2. Politik

Saar-Ärzte begrüßen Verbot der Sterbehilfe

Saar-Ärzte begrüßen Verbot der Sterbehilfe

Nach heftigen Debatten hat der Bundestag gestern ein Gesetz beschlossen, das die „geschäftsmäßige“ Sterbehilfe unter Strafe stellt. Die Mehrzahl der Saar-Abgeordneten votierte aber dagegen.

Der Bundestag hat gestern überraschend deutlich ein Verbot von Sterbehilfe-Organisationen in Deutschland beschlossen. Die saarländische Ärzteschaft begrüßte das klare Votum: "Die Tötung des Patienten, auch wenn sie auf dessen Verlangen erfolgt, sowie die Beihilfe zum Suizid, gehören nicht zu den Aufgaben des Arztes", sagte der Präsident der Ärztekammer, Josef Mischo, der SZ. Vielmehr sei es die Bestimmung der Mediziner, "das Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen, Leiden zu lindern und Sterbenden Beistand zu leisten".

Der Gesetzentwurf der Abgeordneten um Michael Brand (CDU ) und Kerstin Griese (SPD ), der mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU ) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD ) prominente Unterstützer fand, erhielt schon in der Zweiten Lesung die absolute Mehrheit - mit 360 Ja-Stimmen bei 233 Nein-Stimmen und neun Enthaltungen. In der Schlussabstimmung sprachen sich dabei alle vier Saar-CDU-Abgeordneten für den Entwurf aus, die fünf Parlamentarier von SPD , Linke und Grünen dagegen. Wie bei ethischen Grundsatzfragen üblich, gab es keinen Fraktionszwang.

Die Entscheidung bedeutet, dass von Vereinen organisierte Sterbehilfe künftig nicht erlaubt ist. Bislang agierten sie noch in einer juristischen Grauzone. Bis zu drei Jahre Gefängnis drohen nun, wenn einem Sterbewilligen geschäftsmäßig ein tödliches Medikament gewährt wird.

Spitzenvertreter der katholischen und evangelischen Kirche lobten den Beschluss als "starkes Zeichen für den Lebensschutz und damit für die Zukunft unserer Gesellschaft und ihren Zusammenhalt". Für Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann untermauert der Beschluss, "dass ein Suizid keine normale Option darstellt". Wichtig sei nun aber, den Ausbau von Palliativmedizin voranzubringen. "Wir müssen den Menschen das Signal geben, dass sie auch in den letzten Wochen ihres Lebens mit einer umfassenden und fürsorglichen Versorgung rechnen können." > e, A 4: Meinung