Romney will Florida erobern

Romney will Florida erobern

Washington. Bei der bislang wichtigsten Vorwahl um die US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner hat sich im Bundesstaat Florida ein klarer Sieg für Mitt Romney angedeutet. Vor der parteiinternen Abstimmung am Dienstag lag der Multimillionär und Ex-Gouverneur in letzten Umfragen in der Wählergunst weit vor seinem ärgsten Widersacher, dem ehemaligen Parlamentspräsidenten Newt Gingrich

Washington. Bei der bislang wichtigsten Vorwahl um die US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner hat sich im Bundesstaat Florida ein klarer Sieg für Mitt Romney angedeutet. Vor der parteiinternen Abstimmung am Dienstag lag der Multimillionär und Ex-Gouverneur in letzten Umfragen in der Wählergunst weit vor seinem ärgsten Widersacher, dem ehemaligen Parlamentspräsidenten Newt Gingrich. Die weiteren Bewerber, Ex-Senator Rick Santorum sowie der Abgeordnete Ron Paul, waren abgeschlagen.Romney und Gingrich lieferten sich bis zuletzt einen erbitterten Zweikampf, in dem sie sich gegenseitig Verlogenheit, Inkompetenz und Chancenlosigkeit im Rennen gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama vorhielten. Noch am Wahltag warben sie um die voraussichtlich zwei Millionen als Republikaner registrierten Wähler in dem "Sonnenschein-Staat". "Ich bin ganz klar der Favorit der Konservativen", sagte Gingrich dem Sender Fox. Er rief die Partei auf, sich vereint hinter ihn zu stellen, um den "moderaten" Romney an einen Sieg zu hindern. Der dagegen gab sich bereits siegesgewiss: "Ich beginne zu glauben, dass wir gewinnen könnten", sagte er bei seiner Abschlusskundgebung.

Auf dem Spiel stehen 50 Delegiertenstimmen, deutlich mehr als bei den drei bisherigen Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und South Carolina. Der Sieger dürfte mit klarem Vorsprung in die verbleibenden fast 50 Abstimmungen gehen.

Zur Nominierung sind zwar insgesamt 1144 Stimmen auf dem republikanischen Parteitag im August nötig. Aber viele Kommentatoren sehen die Vorwahl in Florida als mögliche Vorentscheidung, weil außer Romney keiner der Kandidaten bislang genügend Geld und Mitarbeiter für einen langen Wahlkampf hat. Wie wichtig eine volle Kriegskasse für die Primaries ist, zeigte sich in Florida deutlich wie selten zuvor. Romneys Wahlkampfteam und politische Gruppen an seiner Seite steckten in den letzten Wochen insgesamt rund 12,9 Millionen Euro in Werbung. Gingrichs Seite konnte mit einem Budget von rund drei Millionen Euro kaum dagegen halten. Von Santorum und Paul ganz zu schweigen.

Wie der Fernsehsender NBC berichtete, zeigten Romney und Gingrich in 92 Prozent der TV-Spots und Anzeigen in der vergangenen Woche die negativen Seiten des Kontrahenten auf, statt positive Werbung in eigener Sache zu machen. "Was für eine jämmerliche Situation, für die Präsidentschaft der USA anzutreten, ohne etwas Gutes über sich selbst sagen zu können", meinte Gingrich. Doch Gingrich selbst fasste Romney nicht mit Samthandschuhen an. Er bezeichnete ihn als Abtreibungsbefürworter, als Gegner des Rechts auf Waffenbesitz, als Steuererhöher und Schwulenfreund - alles Positionen, die konservative Republikaner ablehnen. Doch die Angriffe scheinen Romney nicht geschadet zu haben. "Ich weiß, dass (er) nicht glücklich ist. Es ist traurig", stichelte Romney zurück, der in letzten Umfragen sogar 20 Prozentpunkte vor Gingrich lag. dpa

Foto: Scalzo/dpa