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Roma in Frankreich: Ein neuer Ton, aber die alte Praxis

Roma in Frankreich: Ein neuer Ton, aber die alte Praxis

Paris. Der Umgang mit Roma war eines der Themen, mit denen sich François Hollande im Wahlkampf von seinem Vorgänger Nicolas Sarkozy abheben wollte

Paris. Der Umgang mit Roma war eines der Themen, mit denen sich François Hollande im Wahlkampf von seinem Vorgänger Nicolas Sarkozy abheben wollte. Sarkozy hatte im Sommer 2010 scharfe Töne gegen Roma angeschlagen, ließ ihreLager medienwirksam auflösen und Tausende Menschen nach Bulgarien und Rumänien ausfliegen - ausgestattet mit einer "Rückkehrhilfe", die oft sofort für die Rückreise nach Frankreich verwendet wurde. UnterHollandes Regierung hat sich zwar der Ton geändert, nicht aber die Praxis. Noch immer würden Menschen aus ihren behelfsmäßigen Behausungen vertrieben, ohne dass man ihnen eine Alternative biete, beklagen Hilfs-Vereinigungen. Innenminister Manuel Valls hat bestätigt, dass nach entsprechenden Entscheidungen der Justiz weiterhin Roma-Ghettos aufgelöst würden, in denen oft "unerträgliche hygienische Zustände" herrschten. Allerdings hat die Regierung im August beschlossen, Roma den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Außerdem erweitert Frankreich die Liste der genehmigten Berufe für Rumänen und Bulgaren von 150 auf fast 300. hol