Röttgen hält an Atomkraft als Brückentechnologie fest

Berlin. Ungeachtet der Proteste von Atomkraftgegnern hält Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU, Foto: dpa) an der umstrittenen Technologie fest. "Kernenergie ist die Brücke in eine neue Zeit. Diese Brücke wird vielleicht etwas länger als bislang geplant, aber sicher immer schmaler", sagte der Minister dem Magazin "Stern"

Berlin. Ungeachtet der Proteste von Atomkraftgegnern hält Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU, Foto: dpa) an der umstrittenen Technologie fest. "Kernenergie ist die Brücke in eine neue Zeit. Diese Brücke wird vielleicht etwas länger als bislang geplant, aber sicher immer schmaler", sagte der Minister dem Magazin "Stern".

Entgegen früheren Aussagen wollte sich der CDU-Politiker nicht auf eine Laufzeit der Atomkraftwerke festlegen. Zunächst solle durchgerechnet werden, welche volkswirtschaftlichen Effekte es bei einer Laufzeitverlängerung von 0, 4, 12, 20 und 28 Jahren geben werde. Im Oktober will die Bundesregierung ihr neues Energiekonzept vorlegen.

Röttgen hatte im Februar in seiner eigenen Partei für Unmut gesorgt, indem er sich für einen frühen Atomausstieg ausgesprochen und das Jahr 2030 als Enddatum ins Gespräch gebracht hatte. Röttgen stellte klar: "Tatsächlich gibt es Stimmen, die fordern, Kernenergie möglichst lange zu nutzen. Ich frage anders: Wann brauchen wir sie nicht mehr? Wann schaffen wir den Umstieg?"

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen hält die Laufzeitverlängerung für überflüssig. Wie die Wochenzeitung "Zeit" gestern berichtete, wird das von der Bundesregierung berufene Gremium kommende Woche eine Expertise vorlegen, aus der hervorgeht, dass die Stromversorgung vollständig mit erneuerbaren Energien sichergestellt werden kann.

Die deutschen Atomkraftwerke bezeichnete Röttgen als sicher, räumte aber Gefahren beim Atommüll ein, "den wir über einen Zeitraum jenseits allen Vorstellungsvermögens lagern müssen". Der CDU-Politiker verteidigte die Entscheidung für eine Erkundung des Standorts Gorleben: "Selbst wenn man Kernkraft schon immer für falsch gehalten hat - den Atommüll gibt es, er muss irgendwo hin." Seine Vorgänger Jürgen Trittin (Grüne) und Sigmar Gabriel (SPD) seien vor der Verantwortung geflohen und hätten "den Müll der nächsten Generation vor die Füße gekippt", sagte Röttgen. ddp/afp

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