Regierung: Atommeiler sollen mindestens zehn Jahre länger laufen

Berlin. Die schwarz-gelbe Koalition will die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um mindestens zehn Jahre verlängern. Nach der Vorlage eines Experten-Gutachtens sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern in der ARD, sie halte eine Laufzeit-Verlängerung um zehn bis 15 Jahre für "fachlich vernünftig"

Berlin. Die schwarz-gelbe Koalition will die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um mindestens zehn Jahre verlängern. Nach der Vorlage eines Experten-Gutachtens sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern in der ARD, sie halte eine Laufzeit-Verlängerung um zehn bis 15 Jahre für "fachlich vernünftig". Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) plädierte für mindestens zwölf Jahre längere Laufzeiten. Das würde bedeuten, das es bis mindestens bis 2035 Strom aus deutschen Atomkraftwerken geben wird. Merkel sagte, das Gutachten habe ergeben, dass eine Verlängerung im zweistelligen Bereich notwendig sei. Hier seien die besten Ergebnisse bei Versorgungssicherheit, Strompreis und CO2-Verringerung zu erwarten. Daneben müsse noch geklärt werden, wie die Sicherheit der Atom-Meiler bei der Laufzeit-Verlängerung gewährleistet werden könne. Außerdem müsse die Verlängerung so gestaltet werden, dass diese ohne Zustimmung des Bundesrats erfolgen könne, wo Schwarz-Gelb keine Mehrheit mehr habe. Das Gutachten komme zu dem Schluss, dass bei zwölf Jahren mehr Laufzeit der Strompreisanstieg für Privathaushalte um vier Prozent gedämpft würde, bei 20 Jahren um sieben Prozent. Die Ausstoß von Treibhaus-Gasen würden um zehn bis 16 Prozent verringert, berichteten "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Stuttgarter Zeitung" und "Focus". Ohne Laufzeit-Verlängerung wären massive Stromimporte aus dem Ausland notwendig. SPD-Chef Sigmar Gabriel übte scharfe Kritik an Merkel: "Die Festlegung der Kanzlerin zeigt: Es geht nicht um ein zukunftsfähiges Energiekonzept sondern um knallharte Lobby-Politik für die Atomkonzerne". afp/dpa

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