Reden statt strafen

Meinung:Reden statt strafen

Von SZ-MitarbeiterinSusanne Knaul

Der abschreckende Maßnahmenkatalog von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zur Beruhigung der Demonstranten in Jerusalem dürfte kaum die erwünschte Wirkung erzielen. Mit Scharfschützen und Haftstrafen ist dem Unmut der Palästinenser nicht beizukommen. Wer Überschwemmungen scheut, sollte den Hahn über seiner Badewanne abdrehen, anstatt das Wasser abzuschöpfen. Es sind die jungen Palästinenser , die die israelischen Sicherheitsleute um den Feierabend bringen. Der Nachwuchs in Ostjerusalem hat wenig Grund zur Hoffnung. Mit jeder neuen Siedlung festigt sich der Griff der Besatzer, während die Perspektive auf einen eigenen Staat in immer weitere Ferne gerät. Netanjahu könnte den Demonstranten die Legitimität entziehen, wenn er neue Friedensverhandlungen ermöglichte.