Prognose verheißt Rentnern deutliches Plus

Berlin. Den gut 20 Millionen Rentnern winken bis 2026 Rentensteigerungen von insgesamt 36 Prozent. "Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von gut zwei Prozent pro Jahr", heißt es im neuen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung. Für die kommenden vier Jahre errechnete sie eine Erhöhung der Altersgelder von 11,55 Prozent im Osten und 8,5 Prozent im Westen

Berlin. Den gut 20 Millionen Rentnern winken bis 2026 Rentensteigerungen von insgesamt 36 Prozent. "Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von gut zwei Prozent pro Jahr", heißt es im neuen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung. Für die kommenden vier Jahre errechnete sie eine Erhöhung der Altersgelder von 11,55 Prozent im Osten und 8,5 Prozent im Westen. Kritiker sprachen von "Regierungsoptimismus" und "Wahlkampfrhetorik".Fest steht: Bei den Zahlen handelt es sich um die Ergebnisse von auf Annahmen beruhenden Modellrechnungen, nicht um Zusagen. Letztlich ist immer die wirtschaftliche Entwicklung für die Rentenanpassung entscheidend. Zudem sind die Kaufkraftverluste durch Inflation in den Projektionen nicht berücksichtigt. Für die 2013 anstehende Rentenerhöhung werde man die konkreten Zahlen im kommenden März nennen, stellte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums gestern klar.

Die Anpassung der Renten wird entsprechend der Entwicklung von Löhnen und Gehältern alljährlich nach einer komplizierten Gesetzesformel errechnet. Der Rentenbericht soll an morgen im Bundeskabinett verabschiedet werden. Die Projektion sieht folgende Steigerungen für die kommenden vier Jahre vor: 2013 im Westen 1, im Osten 3,49 Prozent. 2014 im Westen 2,33, im Osten 2,4 Prozent. 2015 sollen die West-Renten um 2,55, die im Osten um 2,65 Prozent steigen, und 2016 schließlich im Westen um 2,39 und im Osten um 2,47 Prozent.

Der Projektion liegt die Annahme zugrunde, dass die Bruttolöhne in den nächsten vier Jahren im Schnitt zwischen 2,5 und 2,8 Prozent steigen, und die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt jeweils unter der Drei-Millionen-Marke bleibt.

Der Sozialverband Deutschland warnte dennoch vor voreiligen Hoffnungen. In den vergangenen Jahren sei auf den Freudenrausch angekündigter Rentenanstiege stets eine "bittere Ernüchterung" gefolgt, sagte Verbandspräsident Adolf Bauer. Auch der Sozialverband VdK dämpfte die Erwartungen. dpa/dapd

Meinung

Ist denn schon Weihnachten?

Von SZ-KorrespondentWerner Kolhoff

Millionen Rentner mögen mit Franz Beckenbauer "Jo ist denn scho Weihnachten" rufen, wenn sie erfahren, dass ihre Alterseinkünfte von heute bis 2016 um 8,27 Prozent im Westen und um elf Prozent im Osten steigen sollen. Doch Vorsicht: So wenig wie es einen Weihnachtsmann gibt, gibt es satte Rentenerhöhungen. Zum einen ist der Rentenbericht nur eine Vorhersage. Das muss nicht so kommen. Die Rentenerhöhungen leiten sich von der Entwicklung am Arbeitsmarkt ab. Außerdem gibt es noch die Inflation. Die liegt mit rund zwei Prozent derzeit zum Beispiel schon über der für 2013 angepeilten Rentenerhöhung von einem Prozent und wird den Rentenspaß auch im Jahr 2014 deutlich dämpfen. Was bleibt, ist eine gute Nachricht auf dem Papier der Bundesregierung.

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