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Professoren sollen wieder besser lehren

Professoren sollen wieder besser lehren

Berlin. Der Wissenschaftsrat verlangt von den Ländern wie von den Professoren mehr Anstrengungen für eine bessere Lehre an den Hochschulen

Berlin. Der Wissenschaftsrat verlangt von den Ländern wie von den Professoren mehr Anstrengungen für eine bessere Lehre an den Hochschulen. Nötig sei nicht nur mehr Geld für zusätzliches Personal, sondern auch ein Mentalitätswandel bei vielen Professoren, sagte der Ratsvorsitzende Peter Strohschneider gestern bei der Vorstellung von "Empfehlungen zur Qualität von Lehre und Studium" in Berlin. "Gute Lehre kann man lernen." Erfahrene Professoren wie Nachwuchskräfte müssten offen sein für Fortbildungen. "Leistungen in der Lehre müssen dasselbe Ansehen in Wissenschaft und Öffentlichkeit genießen wie Erfolge in der Forschung." Für "mehr Qualität in Lehre und Studium" fordert das Gremium 1,104 Milliarden Euro mehr pro Jahr. Finanziert werden sollen damit zusätzliche Professorenstellen, Tutorien, eine bessere Studienberatung sowie mehr Bücher und Computer. Zugleich will der Wissenschaftsrat die Professoren zu einer besseren "Lehrkultur" motivieren. Dabei müsse sich das Berufsverständnis vieler Professoren ändern, die vorrangig ihre Forschung, zu wenig dagegen die Ausbildung der Studierenden im Blick hätten, heißt es in den Empfehlungen.Fortbildung für Professoren Der Wissenschaftsrat, der Bund und Länder in der Hochschul- und Forschungspolitik berät, plädiert für eine professionelle Aus- und Weiterbildung für Professoren. Bei ihrer Berufung sollte künftig neben der Forschungsleistung auch ihre Lehrqualität berücksichtigt werden. Bundesweit sollen zehn Zentren zur Lehrforschung entstehen und ein "Nationaler Lehrpreis" geschaffen werden. Alle Hochschulen sollten ein eigenes "Qualitätsmanagement" entwickeln. "Erfolgreiche Forschung verhilft zu neuen Geldern, Mitarbeitern und besserer Ausstattung, größeres Engagement in der Lehre hingegen führt häufig zu höherer Arbeitslast durch mehr Studierende und mehr Prüfungen", heißt es in den Empfehlungen. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) begrüßte die Empfehlungen für eine bessere Lehre. Zu guten Studienbedingungen gehörten aber auch mehr Wohnheimplätze, moderne Mensen und eine gute Bafög-Beratung, sagte DSW-Präsident Rolf Dobischat. Für den Ausbau dieser dritten Säule im Hochschulsystem neben Forschung und Lehre müssten zusätzlich 700 Millionen Euro investiert werden. dpa