Polizei-Videos offenbaren Chaos der Kölner Silvesternacht

Köln · Der Polizeieinsatz in der Silvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof verlief einem WDR-Bericht zufolge dramatischer als bisher bekannt. Bislang unter Verschluss gehaltene Polizei-Videos offenbarten, wie riskant die Räumung des Bahnhofsvorplatzes mit nur rund 80 Bereitschaftspolizisten war, berichtet das WDR-Magazin "Westpol" in seiner Sendung von gestern. So zeigten die Filme, die dem WDR vorliegen, wie der Einsatz kurz mehrfach ins Stocken geraten sei. Am entscheidenden oberen Ende der Domtreppe habe letztlich nur eine Handvoll Beamter einer dicht gedrängten Masse von Leuten gegenübergestanden.

In den Polizei-Videos ist laut "Westpol" weiter zu sehen, wie es zu Schlägereien kommt. Immer wieder durchbrechen Personen die Polizeisperre und laufen auf den Bahnhofsvorplatz. Anders als bislang bekannt, blieb demnach eine der Haupteingangs-Türen des Bahnhofes während der Räumung offen. Das hatte zur Folge, dass bereits kurz nach Ende der Räumung der Platz wieder dicht gefüllt gewesen war, wie es hieß.

Der ehemalige Hagener Polizeidirektor, Bernd Liedtke, kritisiere den Einsatz scharf. "Aus meiner Sicht ist die Lage vollkommen falsch beurteilt worden", sagte er. Das betreffe sowohl die Planung als auch die Entscheidungen der leitenden Einsatzkräfte vor Ort. "Die Kollegen vor Ort waren überfordert und in großen Teilen sogar persönlich gefährdet", beurteilte Liedtke die Situation.

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