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Politiker wie Annegret Kramp-Karrenbauer sprechen über Frisuren während der Corona-Krise

Politiker ohne Friseur : Corona wird auch für Politiker haarig

Die Corona-Krise wird für Politiker zu einer haarigen Angelegenheit, genauso wie für jeden anderen. Annegret Kramp-Karrenbauer fürchtet etwa die Rückkehr in die 1980er Jahre – Malu Dreyer den „Bad-Hair-Day“.

Im Netz werden schon Wetten angeboten, dass Markus Söder demnächst den Friseur seines Vertrauens heimlich in die Münchener Staatskanzlei kommen lässt. Auch der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef trägt seine Frisur derzeit ungewohnt üppig. Die Corona-Krise wird für Politiker zu einer haarigen Angelegenheit, genauso wie für jeden anderen. Mancher befürchtet sogar bald einen „Bad-Hair-Day“ - einen Tag, an dem frisurmäßig nichts mehr geht.

Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört: Haare und Kopf. Weil auch die Friseure dicht machen mussten im Kampf gegen das Virus, wird die Pracht immer länger. „Ich lasse sie notgedrungen wachsen, was bei Kurzhaarfrisuren echt schwer ist“, beschreibt CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer unserer Redaktion ihr Dilemma. „Morgens versuche ich sie irgendwie zu bändigen.“ AKK augenzwinkernd: „Wenn Friseure noch länger geschlossen sind, werde ich bald zumindest frisurtechnisch wieder wie in den 1980er Jahren aussehen."

Ähnliche Befürchtungen hat auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Sie vermisse den Friseurbesuch sehr, lässt Dreyer ihre Sprecherin mitteilen. Notgedrungen lasse sie ihre Haare wachsen und versuche, „so gut es geht einen Bad-Hair-Day zu vermeiden“. Da wird sich Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vermutlich anschließen. Bei ihm ist in den letzten Tagen eine Zunahme der Lockenpracht im Nacken zu beobachten gewesen. Auch die blonde Mähne von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) wächst und wächst. Aus Klöckners Umfeld verlautet es, sie richte alles selbst, doch langsam werde der Shutdown bei den Coiffeuren speziell für Frauen wohl zum Problem.

Nur für eine offenbar nicht: Angela Merkel. Die Kanzlerin wirkte am Montag bei ihrer ersten Pressekonferenz nach der selbstgewählten Corona-Quarantäne frisch frisiert. Wenn man an Paparazzi-Fotos aus ihrem Urlaub denkt, dann weiß man, wie Merkel ohne Haarspray und Styling aussieht. In der Regel ist es jedenfalls so, dass sich die Regierungschefin den Pagenkopf mit lockeren Stufen und luftigem Pony - angeblich erstmals 2003 vom Berliner Promi-Friseur Udo Walz kreiert - jeden Morgen nach der Ankunft im Kanzleramt von einer Visagistin richten lässt. Die Vorgabe: Zehn bis zwölf Stunden muss die Frisur halten, nur manchmal wird sie aufgefrischt für öffentliche Auftritte. Ob das auch in Corona-Zeiten noch der Fall ist? Das bleibt ein Staatsgeheimnis.

Viele Spitzenpolitiker wollen dann auch über ihr derzeitiges Leid mit dem Schopfe nicht reden. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) zum Beispiel, die immer einen strengen Dutt trägt. „Weil eine klare Frisur Ernsthaftigkeit und Seriosität vermittelt“, meinte sie kürzlich in einem Interview. Oder aber Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die Haare seien Privatsache, so sein Ministerium. Wortkarg gibt sich auch der Linke Dietmar Bartsch. Kein Kommentar, warum er trotz Corona-Krise zuletzt so top frisiert ausgesehen hat.

Andere sind da lockerer. Besonders, wenn kaum noch Haare den Kopf bedecken. Wie etwa bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Da bin ich in einer guten Situation: Seit meiner Ernennung zum Bundesumweltminister im Jahre 2012 schneide ich meine wenigen verbliebenen Haare grundsätzlich selbst“, erzählt Altmaier unserer Redaktion. Entsprechende Haarschneider habe er sowohl in Berlin als auch im Saarland stets zu Hand. „Dennoch wünsche ich allen Friseurgeschäften von Herzen, dass sie schon bald wieder für ihre Kunden da sein können.“ Das hoffen im Moment wohl auch die vielen Langhaarigen.