Piloten-Mord auf Großbildleinwand

Al-Rakka/Amman/Genf · Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in ihrer nordsyrischen Hochburg Al-Rakka auf einer Großbildleinwand den Film ausgestrahlt, der die Verbrennung eines jordanischen Piloten zeigt. Die Extremisten verbreiteten dazu im Internet ein Video.

Sie hatten den Piloten Muas al-Kasasba bei lebendigem Leibe verbrannt und den grausamen Mord in einem 22 Minuten langen Film öffentlich gemacht. Das neue Video zeigt Männer, die auf Arabisch "Gott ist groß" rufen, als der Pilot in Flammen aufgeht. "Das ist das Schicksal eines jeden, der Muslime angreift", sagt einer der interviewten Zuschauer. Auch ein etwa zehn Jahre alter Junge wird befragt. Er sei sehr glücklich.

Jordaniens Luftwaffe flog gestern neue Einsätze gegen den IS. Kampfjets hätten Ziele der Extremisten in Al-Rakka bombardiert, meldeten mehrere Medien.

Nach UN-Angaben von gestern foltert und tötet der IS gezielt Kinder im Irak . Dabei würden Angehörige religiöser Minderheiten geköpft, gekreuzigt oder lebendig begraben, wie aus einer Stellungnahme des UN-Komitees für Kinderrechte in Genf hervorgeht. Zudem gebe es etliche Fälle von Massenhinrichtungen von Jungen, hieß es. Darüber hinaus werden Kinder den Angaben zufolge auch als Selbstmordattentäter und als lebende Schutzschilde missbraucht. Der UN-Ausschuss forderte die Regierung in Bagdad auf, mehr zum Schutz der Kinder und ihrer Familien zu unternehmen. Unter anderem müsse sie Zivilisten die Flucht aus gefährlichen Regionen ermöglichen. Der IS kontrolliert weite Teile des Nord- und West-Irak.