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OECD-Studie warnt vor zu starken Einschnitten bei Sozialleistungen

OECD-Studie warnt vor zu starken Einschnitten bei Sozialleistungen

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre 34 Mitgliedsländer aufgerufen, mehr für die soziale Abfederung der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise zu tun. „Kurzfristige Einsparungen an den falschen Stellen“ könnten die Staaten langfristig teuer zu stehen kommen, warnte die in Paris ansässige Organisation in einem gestern veröffentlichten Bericht mit dem Titel „Die Krise und ihre Auswirkungen“.

Sozialausgaben etwa für Gesundheit, Bildung und Arbeitsmarkt müssten so gestaltet werden, dass sie die Folgen der Krise vor allem für die Schwächsten abmildern, hob die OECD hervor. In den Krisenländern Griechenland, Irland und Spanien habe sich die Zahl der Menschen, die in einem Haushalt ohne Arbeitseinkommen leben, verdoppelt. Zudem hätten seit Ausbruch der Krise in vielen OECD-Ländern Geringverdiener die größten Einkommensverluste hinnehmen müssen. Besonders hart seien in dieser Hinsicht Estland, Italien, Griechenland, Irland und Spanien betroffen. Der Anteil der Menschen, die angaben, nicht immer genug Geld für ausreichende Nahrungsmittel zu haben, stieg im OECD-Durchschnitt um zwei Punkte auf 13,2 Prozent. Deutschland, Österreich und die Schweiz stehen im internationalen Vergleich gut da: Die Arbeitslosenquote liege bei etwa der Hälfte des OECD-Durchschnitts von derzeit 9,1 Prozent. Auch seien die Sozialausgaben in den drei Ländern seit Beginn der Krise gestiegen.